Die chronische Hefeinfektion im Darm, bekannt als Darm-Kandidose, ist heute ein häufiges Gesundheitsproblem, das immer mehr Menschen weltweit betrifft. Eine der Hauptursachen hierfür ist die weit verbreitete Anwendung von Antibiotika-Therapie, die in vielen Krankheiten zu oft als erstes Medikament verschrieben wird, was langfristig negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben kann.
Darmmykose durch Candida: Eine Störung des mikrobiellen Gleichgewichts
Die häufigste Ursache für pilzbedingte Infektionen des Verdauungstraktes sind Hefen der Gattung *Candida*, wobei *Candida albicans* als der pathogenste Stamm gilt. Von den weltweit etwa 200 bekannten Arten dieser Pilze sind lediglich fünfzehn in der Lage, beim Menschen Krankheiten auszulösen. *Candida* besteht aus einzelligen, hefeartigen Mikroorganismen, die sich durch Zellteilung oder Sprossung vermehren. Unter physiologischen Bedingungen – bei Personen mit einem intakten Darmmikrobiom – sollten sie normalerweise keine pathologischen Prozesse hervorrufen. Natürlicherweise besiedeln sie verschiedene Körperregionen wie die Mundhöhle, den Dickdarm, die Schleimhäute der Vagina sowie die Haut und tragen unter normalen Umständen zu metabolischen Prozessen bei, etwa zur Fermentation von Kohlenhydraten. Kommt es jedoch zu einem Ungleichgewicht zwischen der *C.-albicans*-Population und den übrigen Darmbakterien, spricht man von einer Darmmykose – einem Zustand, in dem die Hefen die dominante Komponente der Darmflora werden und nützliche Bakterien verdrängen. Unter begünstigenden Bedingungen (z. B. geschwächtes Immunsystem) kann *Candida* unkontrolliert wachsen, was von der Norm abweicht und zu zahlreichen gesundheitlichen Komplikationen führt. In einem gesunden Organismus macht *Candida* lediglich 1–2 % der gesamten Mikroflora aus, doch bei einer Dysbiose kann ihr Anteil auf bis zu 60–70 % ansteigen. Solche Infektionen sind in der Regel endogenen Ursprungs, obwohl eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder nosokomiale Infektionen nicht ausgeschlossen sind. Zu den wichtigsten Faktoren, die das übermäßige Wachstum von *Candida* begünstigen, zählen: chronische Antibiotikatherapien (die nicht nur Pathogene, sondern auch nützliche Bakterien abtöten), die Einnahme von Immunsuppressiva, Zytostatika und Glukokortikoiden, hormonelle Verhütungsmittel, eine Ernährung mit hohem Anteil an raffiniertem Zucker, Transfetten und Milchprodukten, Malabsorption, chronischer Stress, höheres Lebensalter, Schädigungen der intestinalen Epithelbarriere sowie Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus, AIDS, Neoplasien, Asthma bronchiale oder Autoimmunerkrankungen. Breitbandantibiotika zerstören nicht nur schädliche Mikroorganismen, sondern auch die gesundheitsfördernden Bakterien, was zu einer Dysbiose und einem sekundären *Candida*-Überwuchs führt. Daher ist die Supplementierung mit Probiotika – sowohl während als auch nach einer Antibiotikatherapie – unerlässlich, um das mikrobiologische Gleichgewicht wiederherzustellen. Unter günstigen Bedingungen verbreitet sich *Candida albicans* unkontrolliert, schädigt die Darmschleimhaut, degradiert die Darmzotten, erhöht die Permeabilität der Darmwand (was die Passage von Nahrungsallergenen ins Blut erleichtert) und verringert die Resorptionsfläche für Nährstoffe – was durch zahlreiche klinische Studien belegt wird [1].
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