Die Auslagen mit Keksen, Schokoladen, Gelees, Bonbons, Waffeln und Batons in den Läden locken uns mit ihrer geschmacklichen Vielfalt und den bunten Verpackungen. Warum erliegen wir so gerne der Versuchung? Sicherlich fasziniert uns ihr süßer Geschmack. Der Zucker, der oft an erster Stelle der Zutatenliste steht, hat viele Namen: Sacharose, Fruktose, Glukose, Xylitol, brauner, Rohr, Kokosnuss, invertierter, Maiszucker, Malzextrakt, Karamell, Melasse, Honig, Ahornsirup, Mais, Glukose-Fructose und viele mehr.
Gesundheitliche Folgen eines chronisch überhöhten Konsums von zuckerhaltigen Lebensmitteln
Der gelegentliche Verzehr von Süßigkeiten in Maßen führt – vorausgesetzt, es bestehen keine gesundheitlichen Einschränkungen – nicht zu negativen Folgen. Kritisch wird es jedoch, wenn der Körper regelmäßig große Mengen an stark zucker- und fettreichen, kalorienhaltigen Produkten zugeführt bekommt. Ernährungsbedingte Erkrankungen entwickeln sich schleichend, weshalb präventive Maßnahmen wie ein gesunder Lebensstil oft vernachlässigt werden – die Konsequenzen eines übermäßigen Zuckerkonsums zeigen sich erst nach Jahren. Eine der schwerwiegendsten Folgen ist Übergewicht, das sich langfristig zu Adipositas entwickeln kann. Dabei geht es nicht nur um ästhetische Aspekte oder eingeschränkte Mobilität im Alltag. Das erhöhte Körpergewicht belastet das Skelett- und Gelenksystem, führt zu chronischen Schmerzen und begünstigt langfristig degenerative Veränderungen in den Gelenken der Extremitäten sowie der Wirbelsäule. Fettzellen (Adipozyten) speichern nicht nur Energie, sondern setzen auch proinflammatorische Zytokine frei – besonders gefährlich ist dabei das viszerale Fettgewebe (androider Körpertyp, sog. "Apfeltyp"). Diese Prozesse fördern die Entstehung von Hyperinsulinämie, gestörter Glukosetoleranz, Hypertriglyceridämie, Hypercholesterinämie und Hyperurikämie, was wiederum das Risiko für Typ-2-Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen und bestimmte Krebsarten (z. B. Darm-, Rektum-, Prostatakrebs sowie Gebärmutter- und Brustkrebs) erhöht. Süßigkeiten, die vor allem einfache Kohlenhydrate enthalten, lösen nach dem Verzehr einen raschen Insulinanstieg aus, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Doch die schnellen Schwankungen des Glukosespiegels führen zur Insulinresistenz. Mit der Zeit kommt es zu Schäden an den β-Zellen der Bauchspeicheldrüse, was die Insulinproduktion verringert und eine medikamentöse Therapie erforderlich macht. Zwar liefern Zucker kurzfristig Energie für das Gehirn, doch dieser Effekt ist nur von kurzer Dauer – ein langfristig hoher Zuckerkonsum führt zu chronischer Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und erhöhter Reizbarkeit. Überschüssige Glukose, die aufgrund der Insulinresistenz nicht als Glykogen gespeichert werden kann, wird als Fettgewebe – vor allem im Bauchraum – eingelagert, was zur Verfettung innerer Organe (z. B. der Leber) führen kann. Eine weitere Folge ist Karies: Bakterien im Zahnbelag verstoffwechseln Zucker zu Säuren (u. a. Milchsäure), die den Zahnschmelz demineralisieren. Statt nährstoffreicher Lebensmittel erhält der Körper "leere" Kalorien, was selbst bei normalem oder erhöhtem BMI zu Mangelernährung führen kann. Zudem erhöhen *trans*-Fettsäuren in Süßigkeiten den Gesamtcholesterinspiegel, das LDL-Cholesterin und die Triglyceride im Blut.
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