Laut FAO-Daten nimmt die weltweite Milchproduktion kontinuierlich zu. Daten aus dem Jahr 2019 zeigten, dass sie sich in den letzten 30 Jahren mehr als verdreifacht hat. Milch und Milchprodukte (das Wort Kuhmilch) wurden mehrmals und aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht. Die WHO sowie die Autoren der polnischen Richtlinien empfehlen die Aufnahme von Milch in den täglichen Ernährungsplan. Dennoch kursieren nach wie vor Unklarheiten, Halbwahrheiten und verwirrende Schlussfolgerungen über Milch und Milchprodukte in Bezug auf ihre Auswirkungen auf Infektionen, insbesondere die des Atmungssystems. Es ist Zeit, die konkreten wissenschaftlichen Grundlagen zu belegen und die Mythen aufzuklären.
Milchbestandteile: Nährstoffprofile und bioaktive Eigenschaften im Überblick
Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich auf klassische Milcherzeugnisse ohne Zusatz von Aromastoffen, Fruchtzubereitungen, gesüßten Milchgetränken oder industriellen Desserts. Kuhmilch stellt eine wertvolle Quelle für hochwertiges Protein mit optimalem Gehalt an essenziellen Aminosäuren dar und enthält darüber hinaus eine Vielzahl bioaktiver Metaboliten sowie essenzielle Mikronährstoffe – darunter Kalzium, Phosphor, Kalium, Zink und den Vitamin-B-Komplex. Fermentierte Milchprodukte wie Naturjoghurt, Kefir oder Buttermilch liefern lebende Kulturen von Milchsäurebakterien mit nachgewiesener probiotischer Wirkung, was sich positiv auf die Darmmikrobiota, die Modulation der Immunantwort des Organismus sowie potenziell günstige Effekte auf die Regulation metabolischer Parameter (z. B. Blutzucker- und Blutfettwerte) auswirkt. Wissenschaftliche Studien (u. a. Fardet & Rock, 2018; Michael et al., 2020; Khare & Smriti, 2020) bestätigen ihre Rolle in der gesundheitlichen Prävention.
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