Jahrzehntelang galten Bakterien ausschließlich als Auslöser von Infektionen und wurden systematisch mit antimikrobiellen Substanzen sowie Desinfektionsmitteln bekämpft. Die moderne Wissenschaft zeigt jedoch, dass nur ein geringer Prozentsatz dieser Mikroorganismen tatsächlich krankheitserregend ist, während der Großteil essentielle Funktionen für die Aufrechterhaltung des biologischen Gleichgewichts im Körper erfüllt. Das mikrobiologische Ökosystem des Darms, bestehend aus einer Vielfalt bakterieller Stämme und mikroskopischer Pilze, repräsentiert ein regelrechtes "vergessenes Organ", dessen Bedeutung für die menschliche Physiologie wir erst allmählich vollständig begreifen. Daher ist es von großem Wert, die wichtigsten Erkenntnisse über die Mikrobiota zu vertiefen, um die Rolle dieser unsichtbaren Mitbewohner in unserem Verdauungstrakt sowie ihren Einfluss auf die allgemeine Gesundheit und das psychische Wohlbefinden besser zu verstehen.
Der Dünndarm ist ein vielfunktionsfähiges Organ
Obwohl die meisten von uns den Dünndarm als ein Organ für die Verdauung und Aufnahme von Nahrungsmitteln durch den Magen betrachten, wissen nur wenige, dass seine Rolle nicht zu Ende geht. Außer der inneren Funktion des Dünndarms ist der dünne Darm das wichtigste Organ des Immunsystems im menschlichen Körper. Etwa 80% aller Immunoglobulinen (Proteine, die im Laufe der Immunantwort entstehen) werden im Darm produziert, und mindestens 50% aller Lymphozyten (Lymphocyten, die die das immunologische System umsetzen) befinden sich in diesem Bereich zusammen. Jeden Tag versorgt der menschliche Organismus mit den Bakterien, die sich nur durch die Barrieren und Mikroorganismen versorgen, aber auch durch die Spezialisierung von Mikrozyten und Lebensmittel, die durch die Mikro- und Immunkomponenten erzeugt werden.
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