Der letzte Typ von Haltungsfehlern, über den wir berichten möchten, sind Deformitäten in den unteren Extremitäten. In dem folgenden Textabschnitt werde ich die häufigsten Pathologien in den unteren Teilen unseres Körpers vorstellen. Wenn Sie sich fragen, was sie sind, wie man sie erkennt und was getan werden kann, um sie zu verhindern, lade ich Sie ein, sich mit dem folgenden Text vertraut zu machen.
Was versteht man unter einem Genu valgum und welche mechanischen Prozesse liegen zugrunde?
Das Genu valgum, umgangssprachlich auch als "X-Beine" bezeichnet, stellt eine der häufigsten anatomischen Fehlstellungen der unteren Extremitäten dar, die durch eine abnorme Ausrichtung der biomechanischen Achse zwischen dem Oberschenkelknochen (Femur) und dem Schienbein (Tibia) gekennzeichnet ist. Kernmerkmal dieser Deformität ist die Bildung eines nach außen gerichteten Winkels – des sogenannten *Valgus-Winkels* – zwischen der Längsachse des Oberschenkels und der des Unterschenkels, wodurch die physiologisch neutrale Position des Unterschenkels in eine Abduktionsstellung übergeht. Der Grad der Abweichung wird sowohl in Winkelgraden (Referenznorm: 10 bis 15 Grad) als auch in linearen Zentimeterwerten (akzeptierte Norm: 4 bis 5 cm Abstand zwischen den inneren Knöcheln bei gestreckten und geschlossenen Knien) gemessen. Diese Messung erfolgt durch präzise Bestimmung der Distanz zwischen den medialen Malleolen in aufrechter Position mit gestreckten Beinen. Es lassen sich mehrere primäre Ätiologien dieser Störung unterscheiden, darunter genetische Prädisposition (angeborenes Genu valgum), Folgen von Rachitis, traumatische Verletzungen, neuromuskuläre Dysfunktionen (Lähmungen) sowie statische Deformitäten, die durch chronische, ungleichmäßige Belastung der knöchernen und gelenkigen Strukturen der unteren Gliedmaßen entstehen.
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