Für den effektiven Betrieb und die Entwicklung des Menschen ist es unerlässlich, Nahrung zu sich zu nehmen. Diese Funktion ist jedoch nicht die einzige, die das Essen erfüllt. Neben der Befriedigung des Hungers, der Energieversorgung und der Bereitstellung notwendiger Nährstoffe für den Körper erfüllt das Essen auch soziale, kulturelle, psychologische und emotionale Funktionen. Gemeinsames Essen ermöglicht es, zwischenmenschliche Verbindungen zu stärken. Essen spiegelt auch Traditionen und Werte in verschiedenen Umgebungen wider, und regionale Gerichte sind oft mit lokaler oder nationaler Identität verbunden. Am wichtigsten ist jedoch, dass Essen oft als Mittel zur Bewältigung von Emotionen dient. Immer häufiger wird beobachtet, dass Mahlzeiten als Reaktion auf emotionalen Hunger und nicht auf physischen Hunger verzehrt werden. Dieses Phänomen wird als emotionales Essen bezeichnet.
Was bedeutet der Begriff emotionale Ernährung
Emotionale Ernährung wird als Möglichkeit angesehen, um mit schwierigen Emotionen durch Essen umzugehen. Allerdings kann es auch eine Reaktion auf positive Gefühle wie Freude oder Aufregung sein (T. J. Devonport, W. Nicholls, C. Fullerton 2017). Leider zeigen Studien eindeutig, dass dieses Essverhalten mit einem höheren Risiko für Adipositas, Essstörungen und Depressionen verbunden ist (T. Van Strien 2018). Zu den Hauptursachen für emotionales Essen gehören Stress, finanzielle Probleme, familiäre und gesundheitliche Probleme sowie eine geringe interozeptive Wahrnehmung (d.h. Schwierigkeiten bei der Erkennung eigener Emotionen und Gefühle). Personen, die restriktive Diäten anwenden oder in der Vergangenheit angewendet haben, sind einem höheren Risiko ausgesetzt, emotionales Essen zu praktizieren. Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass emotionales Essen ein automatisches und antrainiertes Verhalten ist, was bedeutet, dass es umso öfter auftritt, je öfter es wiederholt wird (J. Reichenberger et al. 2018).
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