Dem Stoffwechselkomplex (MDD), der aus einer Reihe von Faktoren besteht, deren gleichzeitiges Auftreten das Risiko für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht, wird in der Gesellschaft immer mehr Bedeutung beigemessen. Es wird angenommen, dass er potenziell jede dritte erwachsene Person betrifft, und es wird ein ansteigender Trend beobachtet. Seit vielen Jahren läuft eine Debatte über die Diagnose- und Behandlungskriterien für den Stoffwechselkomplex. Im Jahr 2022 wurde ein neuer Vorschlag von Experten aus Polen präsentiert.
Entwicklung und Definitionen des metabolischen Syndroms: Von antiken Beobachtungen bis zur modernen Diagnostik
Die historische Betrachtung des metabolischen Syndroms ermöglicht ein tieferes Verständnis seiner Komplexität sowie der Entwicklung seiner terminologischen und diagnostischen Kriterien. Erste Beobachtungen über den Zusammenhang zwischen übermäßigem Nahrungskonsum, Übergewicht und kardiovaskulären Störungen lassen sich bis ins alte Ägypten zurückverfolgen, wo Fälle von plötzlichem Herzstillstand bei Personen mit erhöhtem Körpergewicht dokumentiert wurden. Systematische Beschreibungen von Fällen, die dem heutigen Verständnis des metabolischen Syndroms entsprechen, tauchten vermutlich im 17. und 18. Jahrhundert auf, doch erst im 20. Jahrhundert begann die Wissenschaft, die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und der Entstehung metabolischer Störungen wie Insulinresistenz, Dyslipidämie oder Bluthochdruck umfassend zu erforschen. Frühere Versuche, dieses Syndrom zu benennen, umfassten Begriffe wie "Dreifach-Syndrom" oder "Wohlstandssyndrom", die die damals wahrgenommenen sozioökonomischen Ursachen widerspiegelten. Der offizielle Begriff "metabolisches Syndrom" wurde 1981 von deutschen Forschern geprägt, und seine erste Definition umfasste das gleichzeitige Auftreten von Adipositas, Typ-2-Diabetes, Hyperlipidämie (erhöhte Gesamtcholesterin- und Triglyceridwerte), Bluthochdruck und Gicht – Zustände, die das Risiko für koronare Herzkrankheiten und Nierensteine deutlich erhöhen. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten verschiedene medizinische Organisationen, darunter die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Internationale Diabetes-Föderation (IDF) und die American Heart Association (AHA), eigene diagnostische Kriterien, die sich sowohl in den ausgewählten Parametern als auch in den Grenzwerte unterschieden. Der letzte Konsens, veröffentlicht 2009 von der IDF in Zusammenarbeit mit der AHA und dem National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI), legt fest, dass das metabolische Syndrom diagnostiziert wird, wenn mindestens drei von fünf Kriterien erfüllt sind: (1) abdominale Adipositas (Taillenumfang ≥ 94 cm bei Männern und ≥ 80 cm bei Frauen in der europäischen Bevölkerung), (2) Hypertriglyceridämie (≥ 150 mg/dl oder triglyceridsenkende Therapie), (3) niedriger HDL-Cholesterinspiegel (< 40 mg/dl bei Männern und < 50 mg/dl bei Frauen oder HDL-erhöhende Behandlung), (4) erhöhter Blutdruck (≥ 130/85 mmHg oder antihypertensive Therapie) und (5) erhöhter Nüchternblutzucker (≥ 100 mg/dl oder blutzuckersenkende Behandlung).
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