Immer mehr Menschen realisieren die negativen Folgen des Alkoholkonsums und treffen die Entscheidung, ihn einzuschränken oder gänzlich zu unterlassen. Dennoch setzen einige, trotz des Wissens um die schädliche Wirkung von Alkohol auf die Gesundheit, seinen Konsum fort. Leider finden sich darunter mit besorgniserregender Häufigkeit auch schwangere Frauen, die dadurch sowohl ihrer eigenen als auch der Gesundheit ihres Kindes schaden. In einer solchen Situation kann bei den Nachkommen eine Störung namens fetal alcohol syndrome (FAS) auftreten.
Fetales Alkoholsyndrom (FAS): Definition, Symptomatik und Folgen pränataler Alkoholexposition
Laut den vom **Nationalen Zentrum für Ernährungsbildung und Gesundheitspolitik in Polen** veröffentlichten Daten greifen **zwischen 17 und 38 Prozent der Schwangeren** während der Schwangerschaft zu alkoholischen Getränken, wobei **2 Prozent** dies in regelmäßigen Abständen tun. Als direkte Folge kommen jährlich durchschnittlich **900 Neugeborene** mit der Diagnose **voll ausgeprägtes fetales Alkoholsyndrom (FAS)** zur Welt – eine Erkrankung, die **dauerhafte, irreversible Schäden des Nervensystems, körperliche Fehlbildungen sowie kognitive Beeinträchtigungen** beim Kind nach sich zieht. FAS wird zusammen mit verwandten Störungsbildern unter dem Oberbegriff **fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD, engl. *Fetal Alcohol Spectrum Disorder*)** subsumiert. Innerhalb des FAS-Spektrums lassen sich **vier primäre Kategorien von Dysfunktionen** unterscheiden:
– **partielles fetales Alkoholsyndrom (pFAS)**, gekennzeichnet durch das Vorliegen **ausgewählter morphologischer Auffälligkeiten**, darunter: **abgeflachte Nasenwurzel, dünne Oberlippe, Mikrophthalmie (unverhältnismäßig kleine Augen) sowie verbreiterte Lidspalten**;
– **alkoholbedingte neuroentwicklungsbedingte Störungen (ARND)**, die sich in **exekutiven Funktionsdefiziten** äußern – etwa **Impulsivität, Aufmerksamkeitsstörungen, Risikobeurteilungsprobleme** – und häufig fälschlicherweise als **ADHS** klassifiziert werden;
– **alkoholassoziierte angeborene Fehlbildungen (ARBD)**, die **strukturelle Deformationen von Organen und Geweben** umfassen, vor allem an **Extremitäten, Herz oder Nieren**;
– **neurobehaviorale Alkoholschäden (ND-PAE)**, resultierend aus der **chronischen Einwirkung von Ethanol auf das sich entwickelnde fetale Gehirn**, mit Symptomen wie **Aggressionsausbrüchen, Einschränkungen der Alltagskompetenz sowie Störungen des Arbeitsgedächtnisses** (Quelle: Williams J.F., Smith V.C., *Pediatrics*, 2015).
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