Der weiße Maulbeerbaum, auch bekannt als Morus alba, ist eine Heilpflanze, die aus Ostasien stammt. Er wird oft verwendet, um die Behandlung von Diabetes zu unterstützen.
Morus alba ist eine der am häufigsten verwendeten Pflanzen zur Behandlung von Diabetes. Es enthält 1-Deoxynojirimycin (DNJ), eine Verbindung, die zu den Polihydroxyalkaloiden gehört. DNJ ist für die Verbesserung der Kohlenhydratwirtschaft, die Senkung des Blutzuckerspiegels nach dem Essen und den Einfluss auf den Gesamtblutzuckerspiegel verantwortlich. Der Wirkmechanismus besteht darin, die Aktivität von Enzymen zu hemmen, die an der Verstoffwechslung von Kohlenhydraten beteiligt sind, wie z.B. α-Glukosidase und Maltose. Forscher haben die hypoglykämischen Eigenschaften der Pflanze in Tierversuchen und Studien mit Diabetespatienten bestätigt.
Eine Parade des Ceylon-Zimtbaums
Cinnamon ist eine der am häufigsten verwendeten Gewürze in der traditionellen Medizin. Es wurde als Ersatzmittel bei der Behandlung von Erkältungen, Muskel- und Gelenkschmerzen und zur Verbesserung der Funktion des Kreislaufsystems verwendet. Seine gesundheitlichen Eigenschaften waren seit langem bekannt, weshalb es in der traditionellen Medizin bereits vor vielen Jahren verwendet wurde. Cinnamomum zeylanicum ist eine Quelle für viele bioaktive Verbindungen, die von Wissenschaftlern untersucht wurden, um mögliche Auswirkungen auf Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu untersuchen. Forschungen haben gezeigt, dass Cinnamon die Fähigkeit hat, den Blutzuckerspiegel durch mehrere Mechanismen zu senken, wie z.B. die Hemmung der Glukoneogenese, die Verringerung der Freisetzung und Aktivität von Verdauungsenzymen, die Erhöhung der Insulinempfindlichkeit und die Erhöhung der Insulinproduktion durch die Betazellen der Bauchspeicheldrüse. In einer Studie wurde festgestellt, dass Patienten mit Diabetes Typ 2, die Cinnamon erhielten, niedrigere Blutzucker- und Hämoglobin-A1c-Spiegel hatten als die Kontrollgruppe.
Fenugreek, ein übliches Kraut
Trigonella foenum-graecum, auch bekannt als Fenugreek, ist eine Pflanze mit blutzuckersenkenden Eigenschaften. Es gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und verwendet seine Samen und Blätter als Rohstoffe. Fenugreek wird seit langem in der traditionellen chinesischen Medizin zur Behandlung von Verdauungsstörungen, entzündlichen Hauterkrankungen, Erkrankungen der oberen Atemwege und Diabetes eingesetzt. Seine gesundheitlichen Vorteile beruhen auf dem Vorhandensein zahlreicher bioaktiver Verbindungen wie Flavonoide, Glucoside, Saponine und Alkaloide. Insbesondere die Aminosäure 4-Hydroxyisoleucin spielt eine wichtige Rolle bei der Senkung des Blutzuckerspiegels. Diese Aminosäure stimuliert die Freisetzung von Insulin aus den Betazellen der Bauchspeicheldrüse, wodurch der Blutzuckerspiegel gesenkt wird. Andere wichtige Verbindungen sind das Alkaloid Trigonellin, Saponine und Polyphenole, die die Empfindlichkeit der Gewebe gegenüber Insulin erhöhen. Studien haben gezeigt, dass diese Verbindungen genauso wirksam sein können wie Metformin, ein Diabetes-Medikament. Die Samen von Fenugreek enthalten auch große Mengen an Galaktomannanen, die das Entleeren des Magens verzögern und die Aktivität von Enzymen hemmen, die Kohlenhydrate abbauen, was dabei hilft, den Blutzuckerspiegel nach dem Essen zu kontrollieren.
Gewöhnliche Bohne
Eine weitere Pflanze mit hypoglykämischen Eigenschaften, die ähnlich wie Blumenkohl zur Familie der Hülsenfrüchte gehört und daher zur Arzneimittelbehandlung von Diabetes Typ 2 beitragen kann, ist Phaseolus vulgaris. Der gesundheitliche Einfluss auf den menschlichen Körper resultiert aus dem Vorhandensein von m.a.w. Aminosäuren, Cholin, Trygonelin, Phenolsäuren und Mineralsalzen. Besonders für die hypoglykämischen Eigenschaften der Bohnen verantwortlich sind Chromverbindungen, die Schwankungen des Glukosespiegels im Körper vorbeugen. Chrom zusammen mit zwei Aminosäuren und Nikotinsäure und Glutaminsäure bildet den so genannten Glukosetoleranzfaktor (glucose tolerance factor – GTF), der in der Leber produziert und bei erhöhtem Glukose- oder Insulinspiegel ins Blut freigesetzt wird. Forscher schlagen vor, dass ein wässriger Extrakt aus den Hülsenfrüchten zur Verbesserung der Glukosemetabolismus-Parameter beitragen kann. In einer Studie wurde beobachtet, dass die Verabreichung von 100 mg Extrakt zusammen mit einer Mahlzeit zu einer Senkung des postprandialen Glukosespiegels führte (A. Spadafranca et al. 2012). Darüber hinaus wirkt der Extrakt aus den Hülsenfrüchten antioxidativ und verbessert die Lipidwirtschaft durch Senkung der Triglycerid-, freien Fettsäuren-, Phospholipid- und Cholesterinspiegel. Dies ist von großer Bedeutung bei der Prävention der Folgen einer anhaltenden Hyperglykämie.
Aloe Vera
Auch Aloe Vera (lateinisch: Aloe vera) weist hypoglykämische Wirkungen auf, genauer gesagt, das aus den Blättern gewonnene Gel oder der Saft. Diese Eigenschaften resultieren aus dem Vorhandensein von Polysacchariden wie Glukomannan und Acemannan. Aloe Vera enthält auch Anthrachinonverbindungen, die den Kohlenhydratstoffwechsel beeinflussen. Allerdings können sie in zu großen Mengen eine abführende Wirkung haben – um dies zu verhindern, sollte die Einzeldosis nicht mehr als 50 ml betragen. Es gibt zahlreiche Beobachtungen in Tiermodellen, die die hypoglykämischen Eigenschaften wie Glukomannan und Acemannan zeigen (M. H. Sánchez et al. 2020; F. Pohan et al. 2022). Eine Studie mit Teilnehmern im Prädiabetes-Zustand bestätigte auch diese Wirkung auf den menschlichen Körper. In die Studie wurden 45 Personen mit unzureichender Nüchternglukose oder unzureichender Glukosetoleranz aufgenommen. Ihnen wurde pulverisiertes Aloe-Gel verabreicht und Parameter wie Nüchternglukose, Insulin und glykiertes Hämoglobin (HbA1c) wurden beobachtet. Nach 8 Wochen wurden Verbesserungen bei allen Teilnehmern festgestellt. Aufgrund dessen schlagen Wissenschaftler vor, dass Aloe Vera erfolgreich zur Vorbeugung von Diabetes oder zur Unterstützung der Therapie von Patienten eingesetzt werden kann (S. Devaraj et al. 2013).
Gurmar, auch bekannt als Gymnema Sylvestre, ist eine Pflanze aus Indien, die winzigen Weintrauben ähnelt. In indischen Sprachen wird der Name 'Zuckerzerstörer' übersetzt.
In den Blättern von Gurmar befindet sich ein Wirkstoff namens Gurmarin, der die Geschmacksknospen betäubt und die Fähigkeit, Süßes zu schmecken, einschränkt. Darüber hinaus enthalten die Blätter dieser Pflanze auch andere Verbindungen, die bei der Behandlung von Diabetes helfen, einschließlich Gymnemsäure, die zur Familie der Triterpen-Glukoside gehört. Diese chemische Verbindung hat eine positive Wirkung auf die Bauchspeicheldrüse, fördert die Regeneration der Langerhans-Inseln und regt die Zellen zur verstärkten Produktion und Freisetzung von Insulin an. Darüber hinaus verbessert Gurmar die Verwertung von Glukose und verlangsamt ihre Freisetzung ins Blut, was eine hypoglykämische Wirkung zeigt. Diese Eigenschaften wurden in wissenschaftlichen Studien bestätigt.
Zusammenfassung
Viele bekannte Pflanzen haben die Fähigkeit, den Blutzuckerspiegel zu senken. Diese hypoglykämische Aktivität resultiert aus der Anwesenheit bioaktiver Substanzen, die eine positive Wirkung auf die Glukose-Insulin-Funktion haben. Diese Pflanzen, die als Dampfstoffe, Gewürze oder Extrakte verwendet werden, können zur Behandlung von Diabetes beitragen. Es ist jedoch daran zu erinnern, dass die Grundlage der Therapie in der Änderung der Ernährungsgewohnheiten, der Erhöhung der körperlichen Aktivität und der Einnahme der vom Arzt empfohlenen Medikamente liegt. Es ist auch eine ständige Überwachung der Blutparameter erforderlich, die den Grad der Stabilisierung von Diabetes bewerten.