Welche Personen sollten besonders HMB einnehmen?
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Hydroxy-beta-methylbutyrate ist eine umstrittene Verbindung mit einem langen und schwer auszusprechenden Namen. Durch die Vergabe des Kurznamens HMB wurde das Problem der Aussprache gelöst, jedoch bleibt die Kontroverse bestehen. HMB ist ein Metabolit der Aminosäure Leucin, die zur Familie der verzweigtkettigen Aminosäuren gehört. Im Verlauf der Metabolisierung von Leucin wird es zu Oxo-isocapronat (KIC) umgewandelt, das sich dann in HMB umwandelt. Ungefähr 5% der aufgenommenen Leucin wird in HMB umgewandelt.
Funktion und Verwendung von β-Hydroxy-β-methylbutyrat (HMB)
Leucin, ein Vorläufer von HMB, wird als Aminosäure mit dem größten Potenzial für die Stimulation von Muskelprotein-Synthese angesehen, was die Wirkung von mTORc1 und p70S6K1 zugeschrieben wird. Aufgrund eines offensichtlichen Zusammenhangs zwischen Leucin und HMB konzentrierten sich wissenschaftliche Studien auf einen Vergleich dieser beiden Bestandteile. Ein besseres Beispiel ist eine Studie aus dem Jahr 2013 in Journal of Physiology. Die Teilnehmer erhielten 3,42 g von den beiden untersuchten Ergänzungen. Die Muskelprotein-Synthese erhöhte sich in beiden Gruppen in ähnlichem Maße (~110% Leucin vs ~70% HMB), und in der HMB-Gruppe wurde auch ein Rückgang der Muskelprotein-Degradation um 57% beobachtet, was auf eine starke anti-katabole Wirkung dieses Supplements hinweist. Interessanterweise wurden die Wirkungen von HMB trotz des Fehlens von Insulin-Stimulation erreicht, was ein Hormon ist, das für seine anti-katabolen Eigenschaften bekannt ist. HMB begrenzt die Muskelprotein-Degradation in ähnlicher Weise wie Insulin, jedoch unabhängig von diesem, und unterscheidet sich dadurch von Leucin und anderen Aminosäuren, die solche Wirkungen hauptsächlich durch insulinogene Eigenschaften erzielen. Der genaue Mechanismus von HMB ist noch nicht vollständig verstanden, es gibt jedoch mehrere Theorien, die Erklärungen anbieten. Eine davon geht davon aus, dass HMB die Regulierung von Genen ermöglicht, die durch das anabole Hormon IGF-1 in Skelettmuskeln aktiviert werden. Erhöhte Spiegel dieses Hormons unterstützten den Aufbau und verhinderten den Abbau von Muskelgewebe. Andere Theorien zeigen, dass HMB die Muskelprotein-Degradation durch Hemmung des Ubiquitin-Proteasom-Weges begrenzt, der an der Protein-Degradation beteiligt ist, einschließlich Muskelproteinen. Unabhängig davon, wie es funktioniert, scheint HMB besonders vorteilhaft für Personen mit erhöhtem Risiko von Muskelatrophie zu sein, wo es die Degradationsprozesse begrenzt. Beispiele für Gruppen von Menschen, die besonders von diesen Eigenschaften profitieren werden, sind in den folgenden Abschnitten aufgeführt.
Personen, die regelmäßig und intensiv trainieren
Das Training dient normalerweise als Anreiz für Muskelwachstum, jedoch können hohe Intensität, Umfang und Häufigkeit von Übungen zu einer erschwerten Regeneration, einem chronischen Anstieg des katabolischen Hormons Cortisol und einer erhöhten Anfälligkeit für Muskelschwund führen. In den Studien von Dr. J. Wilson erlebten Teilnehmer, die bis zu 6 Mal pro Woche trainierten, eine größere Steigerung der Kraft und Muskelmasse, wenn sie 3 g HMB täglich zu sich nahmen.
Menschen im fortgeschrittenen Alter
Im Laufe der Zeit werden unsere Körper immer weniger auf anabole Prozesse reagieren, die durch den Verzehr von Proteinen ausgelöst werden, während katabole Prozesse zunehmen. Bei älteren Menschen kann ein unkontrollierter Muskelabbau und eine verminderte Funktion der Skelettmuskulatur zu einem Zustand der Sarkopenie führen, der häufigere Stürze und Störungen der Insulinempfindlichkeit verursacht.
Personen, die ihre Proteinzufuhr verringern müssen
Es gibt Fälle, in denen die Proteinaufnahme in der Ernährung reduziert werden muss, wie beispielsweise bei Nierenproblemen. Es ist jedoch zu betonen, dass ein angemessener Proteinspiegel einer der wichtigsten anabolen Faktoren für den Körper ist und ein Mangel zu einem langsamen Muskelschwund führen kann. In einer solchen Situation belastet die tägliche Einnahme von ein paar Gramm HMB die Nieren nicht und verhindert gleichzeitig den Muskelschwund.
Person, die an Krebs und AIDS erkrankt ist
Zu den Krebssymptomen gehört unter anderem die so genannte Krebskache, die sich durch einen erheblichen Gewichtsverlust auszeichnet. Diese Veränderung resultiert nicht nur aus dem Appetitverlust beim Patienten, sondern auch aus physiologischen Veränderungen in Proteingeweben, wie beispielsweise den Skelettmuskeln. Studien deuten darauf hin, dass eine HMB-Supplementierung bei Krebspatienten diesen Symptomen vorbeugen und die Widerstandsfähigkeit des Körpers erhöhen kann.
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