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Wasserionisation – Bedeutung und Auswirkungen auf die Gesundheit

Emilia Szymańska

Emilia Szymańska

2026-03-19
3 Min. Lesezeit
Wasserionisation – Bedeutung und Auswirkungen auf die Gesundheit
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DER INHALT

Ionisierungsvorgang: die Entstehung elektrisch geladener Teilchen aus neutralen Atomen und Molekülen

Die Ionisierung repräsentiert einen grundlegenden physikalisch-chemischen Prozess, bei dem elektrisch neutrale Atome oder Moleküle in positiv geladene Kationen bzw. negativ geladene Anionen umgewandelt werden. Dieser Vorgang wird durch verschiedene energetische Einflüsse ausgelöst, darunter elektromagnetische Strahlung, Teilchenkollisionen oder thermische Wechselwirkungen. Von besonderer praktischer Relevanz ist die Ionisierung im Zusammenhang mit der Modifikation von Wassereigenschaften, wobei spezialisierte Ionisierungsgeräte eine kontrollierte molekulare Dissoziation bewirken, die zu Wasser mit verändertem Redoxpotenzial und clusterartiger Struktur führt.

Elektrolytischer Wasseraufbereiter: Funktionsprinzip der ionischen Trennung mineralischer Bestandteile

Laut Herstellerangaben basiert die Funktionsweise von Wasser-Ioniziergeräten auf einem gesteuerten Elektrolyseprozess, bei dem zwei entgegengesetzt geladene Elektroden – eine positiv polarisierte Anode sowie eine negativ polarisierte Kathode – zum Einsatz kommen. Durch das Anlegen eines schwachen elektrischen Stroms kommt es zur elektrolytischen Dissoziation, bei der Wassermoleküle in Wasserstoffionen (H⁺) und Hydroxidionen (OH⁻) aufgespalten werden. Dieser Vorgang ermöglicht die selektive Trennung alkalischer Ionen (primär Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium) von sauren Ionen (wie Chloride, Sulfate, Phosphate und Protonen). Als Ergebnis entstehen zwei distincte Wasserfraktionen mit unterschiedlichen Eigenschaften: alkalisches Wasser – umgangssprachlich als "lebendiges Wasser" bezeichnet – sowie sauer reagierendes Wasser, das kolloquial als "Totes Wasser" bekannt ist. Die Dissoziationsreaktion lässt sich durch folgende Gleichung darstellen: H₂O ⇌ H⁺ + OH⁻. Ein Überschuss an OH⁻-Ionen gegenüber H⁺-Ionen führt zu einem basischen pH-Wert, während eine Dominanz der Protonen den Säuregehalt erhöht. Ein zentrales technisches Hindernis besteht jedoch darin, dass reines destilliertes Wasser mit neutralem pH-Wert (bei dem die Konzentrationen von H⁺ und OH⁻ ausgeglichen sind) eine außerordentlich geringe elektrische Leitfähigkeit aufweist. Dies bewirkt, dass der Dissoziationsprozess extrem langsam und ineffizient abläuft. Zudem verläuft die Rekombinationsreaktion – die erneute Bildung von H₂O-Molekülen aus den Ionen – mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit als deren Spaltung. Folglich liegt lediglich ein Bruchteil der Moleküle (etwa 2 von einer Milliarde) in dissoziierter Form vor. Der Hauptkritikpunkt an der Verwendung solcher Ionisiergeräte liegt daher in der physikalischen Unmöglichkeit, die beworbenen Effekte unter realen Nutzungsbedingungen zu erzielen. Selbst unter der hypothetischen Annahme einer vollständigen Dissoziation und selektiven Filtration der alkalischen Fraktion bleibt die Frage nach wissenschaftlich belegten gesundheitlichen Vorteilen dieses Wassers umstritten – ein Bereich, der weitere, rigorose klinische Studien erfordert.

Ionisiertes Wasser: Wissenschaftliche Bewertung angeblicher Gesundheitsvorteile und Entkräftung des "Körperübersäuerungs"-Mythos

Hersteller und Vertreiber von ionisiertem Wasser behaupten, dass dessen regelmäßiger Konsum einen optimalen, basischen pH-Wert gewährleistet, der angeblich die sogenannte "Körperübersäuerung" – ein Konzept, das trotz seiner weiten Verbreitung unter Verbrauchern keine wissenschaftliche Grundlage hat – auf ein Minimum reduziert. Dieser Mythos wird häufig von Anbietern von Nahrungsergänzungsmitteln und "Wundermitteln" ausgenutzt, die eine "Entsäuerung" des Körpers versprechen. Tatsächlich wird der Säure-Basen-Haushalt jedoch durch komplexe physiologische Mechanismen streng reguliert: Puffersysteme im Blut, die Nierenfunktion (die selektiv Hydrogencarbonat rückresorbiert und überschüssige Wasserstoffionen ausscheidet) sowie die Lungen (die für die Abgabe von Kohlendioxid verantwortlich sind) halten den Blut-pH-Wert in einem extrem engen Bereich von 7,35–7,45. Abweichungen wie eine Azidose entstehen ausschließlich durch pathologische Zustände – etwa Nierenversagen, Atemstörungen oder metabolische Dysfunktionen –, nicht jedoch durch die Ernährung. Zudem fehlt es an empirischen Belegen für behauptete antikarzinogene oder entgiftende Wirkungen von ionisiertem Wasser, wie Metaanalysen verfügbarer Studien bestätigen.
Emilia Szymańska

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