Verhindert überschüssiges Fettgewebe den Aufbau von Muskelmasse?
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Fettleibigkeit wird als Geißel des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Diese Krankheit betrifft immer mehr Menschen unabhängig von ihrem Alter. Ein sitzender Lebensstil, ein Mangel an Bewegung während des Tages, unbegrenzter Zugang zu verarbeiteten Lebensmitteln und eine unkontrollierte Kalorienzufuhr führen zu einer schnellen Gewichtszunahme. In letzter Zeit achten immer mehr Menschen auf ihre Figur und möchten eine sportliche und muskulöse Gestalt haben. Leider können viele von ihnen das richtige Ziel in Abhängigkeit von ihrem aktuellen Fettgewebe nicht auswählen. Welche Mechanismen sind für die Tatsache verantwortlich, dass überschüssiges Fettgewebe die Entwicklung von Muskelmasse erschwert, und was sagen wissenschaftliche Studien dazu?
Die Bedeutung von Fettgewebe für den Körper
Die Bedeutung von Fettgewebe für den Körper beschränkt sich nicht nur auf die Ansammlung von Fettsäuren und die Regulierung der Körpertemperatur (Aufrechterhaltung eines konstanten Temperaturpegels). Durch die Abgabe von unterschiedlichen biologisch aktiven Substanzen (Adipokinen) durch das Fettgewebe spielt es eine entscheidende Rolle in einer Vielzahl von Prozessen, einschließlich der Regulierung von Appetit und Sättigung, der Kontrolle von Energieaufnahme, Blutdruck, Entzündungsprozessen und Blutgerinnung. Fettgewebe ist auch sehr metabolisch aktiv, indem es an der Metabolisierung von Glukose und Lipiden beteiligt ist und die Fruchtbarkeit beeinflusst. Forschungen zum Fettgewebe werden weiterhin durchgeführt.
Überschüssiges Fettgewebe und der Prozess des Muskelmasseaufbaus
Ein hohes Maß an Fettgewebe kann die Homöostase des Körpers stören, da es zu einer übermäßigen Freisetzung biologisch aktiver Substanzen führt (K. Zorena et al. 2020). Dies kann zu Störungen in der Kontrolle von Hunger und Insulinsekretion sowie zur Entwicklung und Verschlimmerung von Entzündungszuständen führen. Es gibt Hinweise darauf, dass überschüssiges Fettgewebe bei Menschen die anabole Sensitivität von Myocyten (Muskeln) für den Zugriff auf Aminosäuren aus dem Blut beeinträchtigen kann (E. S. Chambers et al. 2019). Dies bedeutet, dass eine schlanke Person in der Lage sein wird, mehr Muskelprotein aufzubauen als eine fettleibige Person, vorausgesetzt, beide nehmen die gleiche Menge an Protein in einer Mahlzeit zu sich und beteiligen sich an derselben Art von Training. Es ist jedoch noch weiterhin Forschung auf diesem Gebiet im Gange, und es wäre notwendig, eine Studie durchzuführen, die die Funktion von Lysosomen berücksichtigt, die einen bestimmten Pool von Aminosäuren bereitstellen können.
Muskelmasseaufbau bei Personen mit übermäßiger Fettgewebe
In einer Studie aus dem Jahr 2018 nahmen 18 Personen teil, darunter 9 mit normalem Körpergewicht und 9 mit Adipositas. Alle Personen führten einen sitzenden Lebensstil. Die Teilnehmer führten einseitige Bein- und Maschinenübungen in vier Sätzen mit 10-12 Wiederholungen durch, wobei jeder Satz bis zum Versagen ausgeführt wurde. Nach der körperlichen Anstrengung aßen die Probanden eine Mahlzeit, die 170 g mageres Schweinefleisch (36 g Protein und 4 g Fett) enthielt. Die Studie ergab, dass die Geschwindigkeit der myofibrillären und sarkoplasmatischen Proteinsynthese nach der Mahlzeit in sowohl dem trainierten als auch dem nicht trainierten Bein ähnlich war. Allerdings verstärkte das Krafttraining die myofibrilläre Proteinsynthese nach der Mahlzeit nur in der Gruppe mit normalem Körpergewicht. Es wurde kein Rückgang der Geschwindigkeit der sarkoplasmatischen Proteinsynthese in beiden Gruppen beobachtet. Es wurde auch gezeigt, dass die anabole Muskelantwort bei adipösen Personen schwächer ist als bei Personen mit normalem Körpergewicht. In einer weiteren Studie mit 30 Teilnehmern wurde festgestellt, dass überschüssiges Körperfett die Proteinsynthese nach einer Mahlzeit verringert, aber keinen negativen Einfluss auf den Transport von Aminosäuren in die Zelle hat.
Körperliche Betätigung als entscheidender Bestandteil der Behandlung von Fettleibigkeit und Übergewicht
Ständige körperliche Betätigung, auch in Form von täglichen Spaziergängen, erhöht den Kaloriendefizit, der für den korrekten Gewichtsverlust notwendig ist. Es verringert auch die Wahrscheinlichkeit des Jo-Jo-Effekts und verbessert das Wohlbefinden. Darüber hinaus ermöglicht Krafttraining den Erhalt einer größeren Muskelmasse, insbesondere während der Fettreduktion; es verbessert die Fitness und die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit. Um Fettleibigkeit zu vermeiden, wird empfohlen, täglich moderate körperliche Aktivität für etwa 45-60 Minuten auszuüben. Um eine Gewichtszunahme bei übergewichtigen oder fettleibigen Menschen zu vermeiden, wird empfohlen, täglich etwa 60-90 Minuten aktiv zu sein (M. Zegan et al. 2017). Übergewichtigen und fettleibigen Personen wird aerobes Training empfohlen, das die Gelenke nicht belastet, z.B. Schwimmen, Wasserübungen, Nordic Walking, Radfahren oder Spazierengehen.
Zusammenfassung
Eine übermäßige Menge an Fettgewebe kann den effektiven Muskelaufbau erheblich erschweren. Personen mit dem richtigen Körpergewicht, die dasselbe Ernährungs- und Trainingsprogramm anwenden, erzielen bessere Ergebnisse im Hinblick auf den Muskelaufbau als fettleibige Personen. Vor der strikten Festlegung des Trainingsziels lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob das Niveau des Fettgewebes angemessen ist und eine effiziente Muskelentwicklung ermöglicht. Körperliche Aktivität ist sehr wichtig, es zahlt sich aus, sich um die richtige Menge an Bewegung während des Tages zu kümmern und über einen langen Zeitraum Gesundheit und Fitness zu genießen.