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Überschüssige Harnsäure im Körper – Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Tim Klein

Tim Klein

2026-03-20
5 Min. Lesezeit
Überschüssige Harnsäure im Körper – Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten
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Selbst asymptomatische Überschreitung des normalen Harnsäurespiegels kann sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass eine Anpassung der Ernährung bei Personen mit erhöhtem Harnsäurespiegel erforderlich ist, nicht nur bei Gicht.

Harnsäure: Entstehung und Bildung

Harnsäure wird primär in der Leber produziert, jedoch auch in den Muskeln, Nieren und Blutgefäßen. Sie ist das Endprodukt des Purinstoffwechsels, der hauptsächlich aus tierischen Produkten, insbesondere Fleisch, stammt. Purine sind Bestandteile der Stickstoffbasen Guanin und Adenin, die für die Bildung von DNA und RNA essenziell sind. Darüber hinaus wird Harnsäure auch im Körper selbst gebildet, da Purine während der Zellregeneration freigesetzt werden. Sie wirkt als Antioxidans, und Studien von R. El Ridi und Kollegen deuten darauf hin, dass sie eine präventive Rolle bei Multipler Sklerose spielen könnte, was durch eine Metaanalyse von L. Wang und Kollegen gestützt wird, die niedrigere Harnsäurespiegel bei Betroffenen im Vergleich zu gesunden Personen zeigte. Allerdings kann ein Überschuss an Harnsäure negative Auswirkungen haben, weshalb es wichtig ist, den Referenzwert von 180–420 µmol/l (3–7 mg/dl) einzuhalten.

Erhöhte Harnsäurewerte und damit verbundene Risiken

Harnsäure ist ein Endprodukt des Purinstoffwechsels und wird bei Menschen nicht weiter abgebaut, da ihnen das Enzym Urikase fehlt, das Harnsäure in löslichere Allantoin umwandelt. Bei übermäßiger Produktion oder gestörter Nierenausscheidung kristallisiert Harnsäure in den Gelenken und kann zu Gicht führen. Allerdings bleibt erhöhte Harnsäure oft symptomlos. Ursachen sind purinreiche Ernährung, Alkoholmissbrauch, Tumorkrankheiten, Nierenfunktionsstörungen und genetische Veranlagung. Studien zeigen, dass selbst asymptomatische Hyperurikämie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen kann der Grenzwert für Harnsäure niedriger liegen als die Standardwerte. Untersuchungen von A.G. Ioachimescu et al. belegen, dass jeder Anstieg des Harnsäurespiegels um 1 mg/dl mit einem 39% höheren Sterberisiko bei Hochrisikopatienten verbunden ist. Aufgrund dieser Risiken sollten gesunde Personen regelmäßig ihren Harnsäurespiegel überwachen, insbesondere bei Vorliegen von Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder Nierenerkrankungen.

Hyperurikämie: Behandlung oder nicht? Eine Analyse der Therapieansätze

Bei Patienten mit kardiovaskulärem Risiko, wie C. Borghi und Kollegen vorschlagen, sollten die Harnsäurewerte unter 6 mg/dl (bzw. unter 5 mg/dl bei sehr hohem Risiko) gehalten werden. Die Experten haben umfassende Richtlinien in Form einer fünfstufigen Leiter entwickelt, die die Schritte zur Normalisierung dieses Parameters darstellt. Als erster Schritt wird eine gesunde Lebensweise empfohlen, einschließlich einer Ernährung, die die Überproduktion von Harnsäure verhindert. Eine medikamentöse Therapie kann bei Patienten mit erhöhtem Risiko in Betracht gezogen werden, wobei die Entscheidung beim Arzt liegt. Unabhängig von der Medikation stellt eine ausgewogene Ernährung eine sichere Methode zur Regulierung der Harnsäurespiegel im Blut dar, auch wenn ihre Wirksamkeit nicht in allen Fällen garantiert ist.

Lebensstiländerungen zur Prävention von Hyperurikämie

Welche Anpassungen sind notwendig, um Hyperurikämie vorzubeugen? 1) Regelmäßige körperliche Aktivität ist essenziell. Laut den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation sollten Erwachsene mindestens 150 Minuten moderat intensive Bewegung pro Woche betreiben. 2) Der Verzehr von Fructose sollte stark reduziert werden. In Leberzellen führt Fructose zu einem erhöhten Phosphorverbrauch für die Phosphorylierung, was zu einer Abnahme der intrazellulären Phosphorkonzentration führt. Dadurch werden Stoffwechselprozesse aktiviert, bei denen unter anderem Harnsäure entsteht, die anschließend in den Blutkreislauf gelangt. Daher sollten Quellen einfacher Zucker wie zuckerhaltige Getränke, Glukose-Fructose-Sirup (HFCS) oder Saccharose aus der Ernährung gestrichen werden. Auch der regelmäßige Konsum von Fruchtsäften wird nicht empfohlen. Gleichzeitig hat der Verzehr von Obst in empfohlenen Mengen (ca. 4 Portionen täglich) keinen negativen Einfluss auf den Harnsäurespiegel, wie eine Metaanalyse von S. Ayoub-Charette und Kollegen bestätigt. 3) Es ist notwendig, den Verzehr von Lebensmitteln zu begrenzen, die den Harnsäurespiegel erhöhen. Wie Studien von R. Li und Kollegen zeigen, sollten rote Fleischsorten (Schweinefleisch, Rindfleisch, Lammfleisch, Wildfleisch), Meeresfrüchte sowie Alkohol gemieden werden. Zudem sollte aufgrund des hohen Purin-Gehalts der Verzehr von Fleischbrühen, Sardinen, Heringen, Kakaoprodukten und Marinaden eingeschränkt werden. Hyperurikämie ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, daher sollte die Ernährung herzfreundlich sein. Empfohlen wird die DASH-Diät, die auf Vollkornprodukten, groben Getreidesorten, Milchprodukten, Obst und Gemüse basiert. Auch Fisch, Geflügel, Nüsse und Samen sind Teil dieser Ernährungsweise. Gesättigte Fette sollten minimiert und durch ungesättigte Fettsäuren ersetzt werden. Es wird empfohlen, auf fettiges Fleisch, Käse, Innereien, Schmalz, Kokosöl zu verzichten und stattdessen pflanzliche Öle wie Leinsamen-, Raps- oder Olivenöl zu bevorzugen.

Empfohlener Ernährungsplan zur Behandlung von Hyperurikämie

Komplexe Kohlenhydrate: 6–8 Portionen pro Tag, angepasst an den individuellen Bedarf. Bevorzugen Sie Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Haferflocken, braunen Reis und Buchweizen. Gemüse und Obst: 4–5 Portionen täglich, mit einem Verhältnis von 3:1 zugunsten von Gemüse, mindestens 500 g pro Tag. Milchprodukte: 2–3 Portionen täglich, bevorzugt Joghurt, Milch, Quark oder andere Käsesorten (fettarme Varianten bevorzugen). Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte: 4–5 Portionen pro Woche. Pflanzliche Fette in roher Form: täglich. Mageres Fleisch und Fisch: 3–4 Portionen pro Woche.

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