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Splenda - wie funktioniert das?

Julia Wójcik

Julia Wójcik

2026-03-19
4 Min. Lesezeit
Splenda - wie funktioniert das?
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Künstliche Nahrungsergänzungsmittel sind immer umstritten und machen Konsumenten besorgt. Ebenso verhält es sich mit Splenda - einer Substanz, die Süßstoff mit Sucralose enthält. Es gibt viele Stimmen, die ihre Verwendung unterstützen, aber auch viele Gegner dieser Substanz. Gibt es wirklich Anlass zur Besorgnis?

Was genau ist der Süßstoff Splenda und wie wirkt er im Körper?

Der Begriff "Splenda" bezeichnet ein kommerzielles Produkt auf Basis von Sucralose – einem synthetischen Süßstoff, der in granulatförmiger Form für den direkten Verbrauchergebrauch erhältlich ist. Neben dem Hauptwirkstoff Sucralose enthält das Präparat zusätzlich Trägerstoffe in Form von Dextrose und Maltodextrin, die als Stabilisatoren und Strukturgeber fungieren. Sucralose selbst stellt einen kalorienarmen Ersatz für herkömmliche Saccharose dar und wird in der Lebensmittelindustrie weitverbreitet als Alternative zu Haushaltszucker eingesetzt. Auf Lebensmittelverpackungen kann sie gemäß der europäischen Klassifikation von Lebensmittelzusatzstoffen mit der Kennzeichnung E955 versehen sein. Chemisch betrachtet handelt es sich um ein modifiziertes Saccharosemolekül, bei dem drei Hydroxylgruppen (–OH) durch Chloratome (–Cl) ersetzt wurden. Diese strukturelle Veränderung verhindert, dass der Stoff von den metabolischen Enzymen des menschlichen Körpers erkannt wird, was zur Folge hat, dass er nicht als Energiequelle verstoffwechselt wird. In der Praxis bedeutet dies, dass Sucralose keine Kalorien liefert und ihr energetischer Wert vernachlässigbar ist – praktisch gleich null. Aufgrund dieser Eigenschaften wird sie in kalorienreduzierten Produkten eingesetzt, die umgangssprachlich als "Light-" oder "Diätprodukte" bezeichnet werden. Im Gegensatz zu anderen gängigen Süßstoffen wie Aspartam zeichnet sich Sucralose durch eine hohe thermische Stabilität aus, was ihren Einsatz in kulinarischen Prozessen ermöglicht, die erhöhte Temperaturen erfordern – beispielsweise beim Backen oder Kochen. Ein weiterer Vorteil ist das Fehlen eines unerwünschten Nachgeschmacks, insbesondere eines bitteren Beigeschmacks, der häufig beim Verzehr von aspartamhaltigen Produkten auftritt.

Stellt Sucralose eine Gesundheitsgefahr dar?

Sucralose, ähnlich wie Aspartam und andere Süßstoffe, löst bei Verbrauchern häufig Bedenken aus. Der Hauptgrund dafür liegt oft im mangelnden Wissen über Lebensmittelzusatzstoffe, die in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt werden. Die Tatsache, dass viele Süßungsmittel synthetischen Ursprungs sind, verstärkt diese Skepsis – obwohl zahlreiche natürlich vorkommende Chemikalien weitaus gefährlicher sein können, während bestimmte künstlich hergestellte Substanzen sogar gesundheitliche Vorteile bieten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigt die Unbedenklichkeit von Sucralose und erlaubt deren Verwendung in Lebensmitteln. Die zulässige tägliche Aufnahme wurde auf 15 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht festgesetzt. Die konkrete Menge variiert je nach Produktkategorie: Bei aromatisierten Getränken sind beispielsweise bis zu 300 Milligramm pro Liter erlaubt. Eine 75 Kilogramm schwere Person könnte somit täglich etwa 1,1 Gramm Sucralose ohne gesundheitliche Bedenken konsumieren – was mehr als drei Litern eines solchen Getränks entspricht. Da Sucralose zwischen 300- und 800-mal süßer ist als Haushaltszucker, reicht bereits eine minimale Menge aus, um den gewünschten Geschmack zu erzielen, was das Risiko einer Überdosierung zusätzlich verringert.

Wissenschaftliche Analysen zu den Auswirkungen von Sukralosekonsum auf die menschliche Gesundheit sowie mögliche Zusammenhänge mit metabolischen und ernährungsphysiologischen Störungen

Zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen widmen sich der Bewertung der Auswirkungen von Sukralose auf die menschliche Physiologie. Der überwiegende Teil dieser Studien bestätigt die These, dass diese Substanz sicher ist und kein signifikantes Gesundheitsrisiko für Verbraucher darstellt. Dennoch gibt es Hinweise darauf, dass Sukralose zur Entwicklung einer Insulinresistenz beitragen könnte oder dass künstliche Süßstoffe generell nicht effektiv bei der Gewichtsreduktion und der Bekämpfung von Adipositas helfen — was eigentlich ihr Hauptzweck ist. Besonders bemerkenswert sind die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2008, die von Guido und seinen Kollegen durchgeführt wurde. Diese zeigte, dass Sukralose das Belohnungssystem im Gehirn nicht in gleichem Maße aktiviert wie Glukose. Das Experiment umfasste eine Gruppe von zwölf gesunden Frauen, bei denen während einer Magnetresonanztomographie die neuronale Reaktion nach dem Konsum einer Lösung — entweder mit Zucker oder mit Süßstoff — überwacht wurde. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Teilnehmerinnen lediglich gesüßtes Wasser erhielten, wodurch andere sensorische Faktoren wie Aussehen, Geruch oder Textur, die ebenfalls eine entscheidende Rolle für das empfundene Vergnügen beim Verzehr spielen, unberücksichtigt blieben. Daraufhin zitieren Kozłowska und ihr Team eine dänische Studie, deren Ergebnisse einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Konsum von Süßstoffen und dem Auftreten von Frühgeburten aufzeigen. Die Autorin spezifiziert jedoch nicht, welche konkreten chemischen Verbindungen untersucht wurden. Zudem stellt die Schwangerschaft an sich eine Phase besonderer Empfindlichkeit des Organismus dar, in der selbst allgemein als sicher geltende Substanzen — einschließlich zahlreicher rezeptfreier Medikamente und pflanzlicher Nahrungsergänzungsmittel — unerwünschte Wirkungen hervorrufen können. Darüber hinaus weisen viele Forscher auf das paradoxe Phänomen hin, dass die zunehmende Verfügbarkeit kalorienarmer Produkte nicht zu einem Rückgang der globalen Adipositasraten führt. Eine der Hypothesen zur Erklärung dieses Sachverhalts ist das Fehlen der Notwendigkeit, nachhaltige, gesundheitsfördernde Ernährungsgewohnheiten zu entwickeln, da kalorienreduzierte — oft intensiv gesüßte — Lebensmittel nicht dazu beitragen, die Vorliebe für süße Geschmacksrichtungen schrittweise zu verringern.

Mögliche unerwünschte Auswirkungen von Sukralose-Konsum: Wissenswertes über die Effekte auf den Körper

Aktuell wird Sukralose von Fachleuten als ein Süßstoff mit geringem gesundheitlichem Risikoprofil eingestuft. Dennoch deuten wissenschaftliche Erkenntnisse darauf hin, dass ein übermäßiger Verzehr – zusätzlich zu einer möglichen Förderung von Insulinresistenz – auch das Gleichgewicht der Darmmikrobiota stören könnte, was wiederum mit verschiedenen Beschwerden des Verdauungssystems in Verbindung gebracht wird. Es ist wichtig zu betonen, dass Sukralose nur in minimalem Umfang im Magen-Darm-Trakt absorbiert und metabolisiert wird, was ihren direkten Einfluss auf physiologische Prozesse stark begrenzt. Dennoch sollten mit diesem Süßstoff gesüßte Produkte nicht als wirksame Methode zur Gewichtsabnahme betrachtet werden – eine nachhaltige Gewichtsreduktion erfordert umfassende Maßnahmen, darunter eine angepasste Ernährung und erhöhte körperliche Aktivität. Darüber hinaus kann der übermäßige Konsum stark verarbeiteter, kalorienreduzierter Lebensmittel (sogenannte "Light-Produkte") nicht nur gesundheitliche Vorteile in Frage stellen, sondern auch ungünstige Ernährungsgewohnheiten verstärken. Die beste Lösung bleibt eine schrittweise Reduzierung des Zuckerkonsums, um die Geschmacksknospen allmählich an weniger intensive Aromen zu gewöhnen.
Julia Wójcik

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