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Sind das wirklich Antinährstoffe – was bedeutet das und sollten wir sie meiden?

Sophia Williams

Sophia Williams

2026-03-20
4 Min. Lesezeit
Sind das wirklich Antinährstoffe – was bedeutet das und sollten wir sie meiden?
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Verschiedene Lebensmittel enthalten unterschiedliche Substanzen, die als antinährstoffhaltige Verbindungen bezeichnet werden. Lassen Sie uns verstehen, was das bedeutet und wie wir ihre potenziell schädlichen Auswirkungen begrenzen können.

Antinährstoffe: Begriffserklärung, Quellen und Wirkungsweise in der menschlichen Ernährung

Antinährstoffe stellen eine Gruppe bioaktiver Verbindungen dar, die – obwohl sie selbst keinen ernährungsphysiologischen Nutzen bieten – die Verwertbarkeit essenzieller Mineralien aus der Nahrung beeinträchtigen oder sogar vollständig blockieren können. Diese Substanzen interferieren mit der Aufnahme von Spurenelementen wie Eisen, Zink oder Kalzium und sind primär in pflanzlichen Lebensmitteln nachweisbar, wo sie häufig als natürliche Abwehrmechanismen gegen Schädlinge oder Krankheitserreger fungieren. Tierische Produkte enthalten sie seltener, doch ihr Vorkommen ist nicht ausgeschlossen. Zu den Antinährstoffen zählen zudem Umweltkontaminanten, die über die Nahrungskette in Lebensmittel gelangen, sowie bestimmte synthetische und natürliche Zusatzstoffe, die im Rahmen industrieller Lebensmittelverarbeitung eingesetzt werden – darunter Konservierungsmittel, Farbstoffe und Emulgatoren.

Sind sogenannte "Antinährstoffe" tatsächlich schädlich – wie sie auf den menschlichen Organismus einwirken

Ein übermäßiger Konsum von Stoffen, die häufig als potenziell schädlich für die Gesundheit eingestuft werden, kann zu einer Vielzahl physiologischer Störungen führen, darunter beispielsweise Funktionsstörungen des Verdauungssystems, die sich durch Übelkeit, Darmkrämpfe oder Durchfallepisoden äußern, sowie zur Entwicklung von Harnsteinen oder sogar akuten Vergiftungserscheinungen. Überraschenderweise weisen dieselben Substanzen jedoch auch gesundheitsfördernde Eigenschaften auf – wissenschaftliche Studien deuten auf ihre mögliche Rolle bei der Vorbeugung onkologischer Erkrankungen, kardiovaskulärer Störungen und metabolischer Dysfunktionen wie Diabetes hin. Darüber hinaus zeichnen sich viele dieser Verbindungen durch immunmodulatorische und entzündungshemmende Wirkungen aus, was sie zu wertvollen Bestandteilen funktioneller Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel macht (beispielsweise lösliche Ballaststofffraktionen, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren oder pflanzliche Polyphenole).

Beispiele für antinutritive Verbindungen in Natur und verarbeiteten Lebensmitteln – Eigenschaften und Herkunftsquellen

Antinutritive Stoffe, auch als natürliche nicht-nährstoffhaltige Verbindungen (NSN) bezeichnet, kommen weit verbreitet in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor. In grünem Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl, Brokkoli oder Mangold finden sich beträchtliche Mengen an Oxalsäure und ihren Salzen, den Oxalaten. Nüsse, Samen und Vollkorngetreide enthalten hingegen Phytate (Phytinsäure), die durch Bindung von Mineralstoffen deren Bioverfügbarkeit einschränken. Eine weitere Gruppe bilden Lektine – kohlenhydratbindende Proteine, die vor allem in Hülsenfrüchten (z. B. Linsen, Bohnen, Erbsen, Sojabohnen) sowie in bestimmten Getreidesorten vorkommen. Flavonoide, polyphenolische Verbindungen mit antioxidativen Eigenschaften, die jedoch auch die Eisenaufnahme hemmen können, sind in Teeaufgüssen, Kaffee, Rotwein und Beerenfrüchten enthalten. Glykoside – Verbindungen aus Glucose und Aglykonen – lassen sich unter anderem in Kohlgemüse wie Weißkohl, Rosenkohl und Blumenkohl nachweisen, aber auch in Steinobst. Zu den natürlich vorkommenden Toxinen zählen Alkaloide, darunter Amygdalin (in Aprikosenkernen, bitteren Mandeln), Solanin (in Kartoffeln, Tomaten) und Progoitrin. In tierischen Produkten wirken beispielsweise Avidin (in rohen Eiern) und Ichthyotoxin (in bestimmten Fischarten) antinutritiv. Zudem enthalten sowohl natürliche (z. B. Kurkumin, Karmin, Indigotin) als auch synthetische Lebensmittelzusätze (Natriumbenzoat, Mononatriumglutamat, Kaliumsorbat) – wie Farbstoffe, Konservierungsmittel, Emulgatoren oder Stabilisatoren – trotz Verbesserung der sensorischen Eigenschaften keine Nährwerte. Besonders gesundheitsgefährdend sind jedoch Verunreinigungen, die in die Nahrungskette gelangen: Schwermetalle (Blei, Quecksilber, Cadmium), phosphorganische Pestizide und Xenobiotika – fremde chemische Verbindungen mit toxischer Wirkung. Laut dem Environmental Working Group (EWG)-Bericht gehören zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Risiko für die Anreicherung schädlicher Substanzen: Äpfel (aufgrund hoher Pestizidrückstände in der Schale), Erdbeeren, Weintrauben (insbesondere Importware), Gurken (konventionell angebaut) und Kartoffeln (wegen möglicher Glykoalkaloide und Agrochemikalien-Rückstände).

Antinährstoffe: Strategien zur wirksamen Reduzierung ihrer schädlichen Auswirkungen auf den Körper

Die nachteiligen Effekte von natürlich vorkommenden Antinährstoffen lassen sich durch den gezielten Einsatz kulinarischer Verfahren wie Garen, Fermentieren oder – im Falle von Hülsenfrüchten – vorangehendem Einweichen deutlich vermindern. So muss beispielsweise zur Herstellung von sicherem Maniokmehl, das in tropischen Küchen weltweit Verwendung findet, zunächst eine kontrollierte Fermentation durchgeführt werden, um die enthaltenen cyanogenen Glykoside zu neutralisieren. Darüber hinaus sollten bestimmte Lebensmittel nicht kombiniert werden, da ihre antagonistischen Wechselwirkungen die Bioverfügbarkeit essenzieller Nährstoffe beeinträchtigen können. Bei einer Ernährung mit hohem Phytinsäuregehalt – etwa durch Vollkorngetreide oder Samen – empfiehlt sich eine erhöhte Zufuhr kalziumreicher Produkte wie fettarmer Milchprodukte, magerem Geflügelfleisch oder Meeresfischen wie Sardinen. Ähnliche Prinzipien gelten für oxalsäurehaltige Mahlzeiten, bei denen der Ausgleich durch kalziumhaltige Komponenten entscheidend ist, etwa durch die Kombination von Spinat mit Feta-Käse oder einer Sauerteigsuppe mit Ei. Zur Reduzierung von Pestizidrückständen wird das Schälen von Obst und Gemüse oder die Verwendung spezieller Waschlösungen empfohlen, die in Bioläden und Online-Shops erhältlich sind. Alternativ lässt sich eine wirksame Spüllösung auch selbst herstellen. Trotz ihres bedrohlich klingenden Namens stellen Antinährstoffe bei maßvollem Verzehr und einer abwechslungsreichen, fachgerecht zubereiteten Ernährung kein Gesundheitsrisiko dar.
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