Proteinhydrolysate zur Behandlung von Säuglingen mit Nahrungsmittelunverträglichkeit
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Gemische mit veränderter Zusammensetzung und Form von Proteinen werden in der Ernährung von Säuglingen verwendet, bei denen eine Nahrungsmittelunverträglichkeit diagnostiziert wurde. Sie können auch als präventive Maßnahme bei Kindern eingesetzt werden, die in ihrer Familie positive Fälle dieser Erkrankung aufweisen.
Enzymatisch aufgespaltenes Eiweiß mit reduzierter immunologischer Reaktivität
Ein Proteinhydrolysat stellt ein verarbeitetes Erzeugnis dar, bei dem die ursprüngliche Proteinstruktur einer kontrollierten enzymatischen Spaltung (Zerlegung in kleinere Peptide oder freie Aminosäuren) unterzogen wurde, um dessen allergenes Potenzial zu verringern. Je nach Herstellungsverfahren können diese Präparate zusätzlich modifizierte Kohlenhydrat- oder Fettfraktionen enthalten, was eine Anpassung an spezifische ernährungsphysiologische Anforderungen ermöglicht. Ein entscheidender Parameter für die hypoallergenen Eigenschaften ist die Größe der entstandenen Peptidmoleküle – je kleiner diese sind, desto geringer ist das Risiko einer immunologischen Reaktion. Hinsichtlich des Grad der Proteinspaltung lassen sich drei Hauptkategorien unterscheiden: **Präparate mit partieller Hydrolyse** (mit der Bezeichnung HA, die noch bestimmte antigene Eigenschaften aufweisen), **Präparate mit extensiver Hydrolyse** (basierend auf Molke, z. B. *Bebilon Pepti*, *Bebilon Pepti MCT*, oder Kasein, z. B. *Nutramigen*, *Pregestimil*), sowie **elementare Mischungen** (die ausschließlich aus freien Aminosäuren bestehen, wie *Bebilon Amino* oder *Neocate*), welche das niedrigste allergene Potenzial aufweisen.
Proteinhydrolysate in der Säuglingsernährung – Eigenschaften und therapeutische Anwendung
Spezialisierte Präparate auf Basis hydrolysierter Milchproteine bilden einen zentralen Bestandteil der hypoallergenen sowie therapeutischen Ernährung für Säuglinge mit einem erhöhten Risiko für Nahrungsmittelallergien oder bereits diagnostizierten Störungen. Diese Produkte unterscheiden sich im Grad des Peptidkettenabbaus: *Präparate mit geringem Hydrolysegrad* (Peptide mit 11–15 Aminosäuren, gekennzeichnet mit dem Symbol HA) dienen der *Prävention* bei Kindern mit hohem Risiko, während *Präparate mit hohem Hydrolysegrad* (Peptide mit 2–4 Aminosäuren oder freie Aminosäuren) sowie *laktosefreie* oder *laktosereduzierte Mischungen* in der *Behandlung aktiver Allergien* und Zuständen mit Darmschleimhautschäden eingesetzt werden. Viele dieser Präparate enthalten zusätzlich *Präbiotika* (GOS/FOS), *Probiotika* (z. B. *Lactobacillus rhamnosus* GG) oder modifizierte Fette (MCT), was ihre therapeutische Wirkung verstärkt. Zudem gibt es *Sojapräparate* als Alternative für Kinder mit Kuhmilchproteinintoleranz, deren Verwendung jedoch aufgrund möglicher kreuzreaktiver Allergien eine individuelle ärztliche Bewertung erfordert.