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Polyzystisches Ovarialsyndrom und sportliche Aktivitäten

Lena Bauer

Lena Bauer

2026-03-19
4 Min. Lesezeit
Polyzystisches Ovarialsyndrom und sportliche Aktivitäten
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Es gibt eine häufige Ansicht, dass Frauen mit der Diagnose Polyzystisches Ovary-Syndrom körperliche Anstrengungen vermeiden sollten, insbesondere solche, die viel Kraft erfordern. Warum ist das falsch? Was ist PCOS und wie beeinflussen sportliche Aktivitäten den Verlauf dieser Erkrankung?

Was ist das Syndrom der polyzystischen Ovarien?

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine hormonelle Störung, die am häufigsten bei Frauen im gebärfähigen Alter auftritt. Es kann auch nach der Menopause auftreten. Bei Frauen mit PCOS funktioniert der Eibläschen im Eierstock, in dem die Eizelle reift, nicht richtig, was dazu führt, dass die Eizelle nicht in den Eileiter gelangt. Dieser Prozess beeinträchtigt die Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus und erschwert die Schwangerschaft erheblich. Der Eibläschen stirbt ab und verwandelt sich in einen Zyste. PCOS wurde erstmals 1935 von den amerikanischen Ärzten Irving Stein und Michael Leventhal diagnostiziert. Vor einigen Jahren war die Diagnose von PCOS kein einfaches Unterfangen, daher wurde es bei vielen Frauen wahrscheinlich nicht ordnungsgemäß diagnostiziert.

Wie lässt sich PCOS diagnostizieren?

Um PCOS bei einer Frau zu diagnostizieren, müssen mindestens 2 der 3 Kriterien erfüllt sein: – ovarielle Dysfunktion, d.h. Ovulation seltener als 6 Mal im Jahr oder deren vollständiger Mangel, – hoher Spiegel von männlichen Sexualhormonen (normalerweise Testosteron), – das für dieses Syndrom typische Ultraschallbild.

Körperliche Aktivität von Frauen mit PCOS – Klärung von Fakten und Mythen

Es wird oft empfohlen, dass PCOS-Patientinnen keine hochintensiven Übungen durchführen sollten, da intensive körperliche Aktivität die Wiederherstellung eines normalen Menstruationszyklus erschweren kann. Es wird auch gesagt, dass Frauen mit PCOS nicht Krafttraining betreiben sollten, da dies den Testosteronspiegel erhöht. Diese Empfehlungen werfen jedoch viele Fragen auf. Bei PCOS ist die Hyperandrogenemie auf einen Anstieg der AMH-Produktion zurückzuführen, die den Zellkernentwicklungsprozess hemmt, die Empfindlichkeit gegenüber FSH verringert und die Aromataseaktivität verringert. In einer Studie aus dem Jahr 2018 wurde festgestellt, dass beide Trainingsprotokolle zu einem Rückgang des anthropometrischen Index und des Hyperandrogenismus beigetragen haben. In einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 wurde festgestellt, dass regelmäßige intensive aerobe Trainingseinheiten in Kombination mit der Überwachung der Herzfrequenz und/oder VO2max (60% VO2max) die Insulinsensitivität verbessern können. Krafttraining kann wahrscheinlich positiv auf Androgene wirken. Der Einfluss von Yoga auf die Insulinsensitivität und Androgene scheint vielversprechend zu sein, jedoch erfordert dies weitere gründliche Untersuchungen.

Körperliche Betätigung im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit von Frauen mit PCOS

Hunderte von Studien wurden durchgeführt, um den Einfluss von körperlicher Aktivität auf die Fruchtbarkeit von Frauen mit der Diagnose Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) zu bewerten.. In einer Studie aus dem Jahr 2014 wurde beobachtet, dass regelmäßige körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf die Gewichtsabnahme haben kann und dazu beitragen kann, die Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus wiederherzustellen (D. Mahoney 2014). Eine weitere Studie zeigte, dass körperliche Betätigung das Risiko einer Ovulationsunfruchtbarkeit durch eine erhöhte Insulin-Sensitivität reduzieren kann (J. E. Chavarro et al. 2007). In einer weiteren Studie wurde festgestellt, dass körperliche Aktivität mit hoher Intensität die Chance auf eine Schwangerschaft verringert, ausgenommen bei übergewichtigen und adipösen Frauen, und körperliche Betätigung mit moderater Intensität kann auch einen signifikanten Einfluss auf die Gesundheit einer Person haben (L. A. Wise et al. 2012). Körperliche Aktivität kann viele Vorteile bei der Bekämpfung von Unfruchtbarkeit aufgrund von Ovulationsstörungen bringen.. Ein positiver Einfluss auf die körperliche Gesundheit und den Verlauf der Fertilisation wurde ebenfalls festgestellt.. Es ist jedoch wichtig, die geeignete Intensität der körperlichen Aktivität entsprechend dem Trainingsstand der Person zu wählen.

Zusammenfassung

Nach einer sorgfältigen Prüfung der bestehenden Studien kann man feststellen, dass es keine überzeugenden Beweise dafür gibt, dass körperliche Aktivität negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Frauen mit Polycystic Ovary Syndrome hat. Tatsächlich deuten die Ergebnisse vieler Studien auf zahlreiche Vorteile hin, die regelmäßige körperliche Aktivität bietet, wie z.B. die Senkung des Androgenspiegels oder die Verbesserung der Insulinantwort. Frauen mit Polycystic Ovary Syndrome sollten nicht vor körperlichem Training zurückschrecken, weder im Zusammenhang mit aerobem Training noch mit Krafttraining.
Lena Bauer

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