Nikotinsäure (PP, Vitamin B3) - Bedarf, Funktion, Quellen, Mangel und Überschuss
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Vitamine spielen eine entscheidende Rolle bei der reibungslosen Funktion des Körpers, indem sie eine Vielzahl von Lebensprozessen regulieren und viele Krankheiten verhindern. Vitamin B3, auch als Nikotinsäure bekannt, ist für die ordnungsgemäße Funktion des Gehirns unerlässlich, unterstützt die Hormonsynthese und verfügt über Eigenschaften, die den Cholesterin- und Triglyceridspiegel senken.
Nikotinsäure (Niacin)
Der Begriff 'Niacin' bezieht sich auf zwei Varianten von Vitamin B3, auch bekannt als Vitamin PP - Nikotinsäure und ihrem Amid. Niacin, genau wie alle B-Vitamine, ist wasserlöslich. Es ist jedoch das einzige Vitamin, das unabhängig im menschlichen Körper produziert werden kann (aus der grundlegenden Aminosäure Tryptophan, mit Hilfe von Vitamin B6). Das Bedürfnis nach diesem Vitamin kann jedoch nicht durch die Mengen, die auf diese Weise produziert werden, befriedigt werden, weshalb es notwendig ist, es durch Lebensmittel bereitzustellen. Darüber hinaus ist Tryptophan eine exogene Aminosäure, die von außen in den Körper eingeführt werden muss. Tryptophanmangel kann zu einem sekundären Niacinmangel führen. Vitamin PP ist hitzebeständig.
Vitamin B3 - Bedarf des Körpers
Bevor wir unseren Bedarf an Niacin festlegen, sollten wir uns Gedanken darüber machen, wie viel unser Körper selbst aus Tryptophan herstellt. Diese Bedürfnisse können durch eine Ernährung, die eine Quelle für hochwertiges Protein beinhaltet, gedeckt werden. 60 mg Tryptophan (durchschnittlich) = 1 mg Niacin. Ein weiterer Weg, um den Niacinspiegel im Körper aufrechtzuerhalten, ist die Zufuhr durch eine ausgewogene Ernährung. Die empfohlene tägliche Dosis an Niacin (RDA) variiert je nach Alter und Geschlecht.
Die Funktion von Vitamin B3
Niacin, als Bestandteil von zwei wichtigen Co-Enzymen: NAD (Nicotinamid-Adenin-Dinucleotide) und NADP (Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid-Phosphat), die in Kombination mit Proteinen zu Oxidoreduktase-Enzymen werden, spielt eine entscheidende Rolle bei der Metabolisierung von Protein, Fett und Kohlenhydraten und der Zellveroxidation. Folglich ist Niacin für die physischen Prozesse des Muskels, des Gehirns und des gesamten Nervensystems unverzichtbar. Darüber hinaus trägt Niacin zur Regulierung der Magensaftproduktion, zur Entgiftung des Körpers, zur Abschwächung der toxischen Wirkung einiger Medikamente, zur Hormonsynthese (Geschlechtshormone, Cortisol, Thyroxin und Insulin), zur Bildung von Erythrozyten, zur Verbesserung des Haut- und Haarzustands und zur Behandlung von Pellagra bei. Die Auswirkungen von Vitamin B3 auf den Cholesterinspiegel im Blut wurden mehrfach untersucht. Es wurde gezeigt, dass Vitamin B3 nicht nur den LDL-Cholesterin- und Triglyceridgehalt im Körper senkt, sondern auch den HDL-Cholesterinspiegel erhöht, was das Risiko von Herzerkrankungen verringert. Die Einnahme von Vitamin B3 in Kombination mit Vitamin A und E sowie anderen cholesterinsenkenden Medikamenten hat sich ebenfalls als effektiv erwiesen.
Nikotinsäure (PP) – Quellen
Große Mengen an Nikotinsäure und Tryptophan finden sich in Lebensmitteln, die reich an tierischem Protein sind, wie beispielsweise mageres Fleisch, Fisch (Thunfisch, Makrele), Leber, Quark, Eier. Nikotinsäure ist auch in Hefe, Gemüse (Brokkoli), Körnern (Roggen), Hülsenfrüchten (Bohnen, Erbsen), Vollkornmehl, Sonnenblumenkernen und einigen Kräutern (Luzerne, Knoblauchsrauke, Kamille, Kerbel, Brennnessel, Minze) enthalten.
Mangel an Vitamin B3
Vitaminmangel ist sehr selten. Die ersten Anzeichen sind: Schwäche, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen, Depressionen, Reizbarkeit, Wutausbrüche, Unruhe, Erregung, Hautkrankheiten, Durchfall, Erbrechen, erhöhte Blutzuckerwerte. Ein chronischer, extremer Niacinmangel kann zu schwerer Pelagra führen, die schwer zu behandeln ist. Derzeit tritt sie sporadisch auf, war jedoch früher in Ländern, in denen Mais das Hauptnahrungsmittel war (Mangel an Tryptophan), weit verbreitet. Obwohl Pelagra heute selten ist, bedeutet dies nicht, dass wir nicht gefährdet sind. Die häufigsten Ursachen für diese Erkrankung sind: eine unausgewogene Ernährung, Alkoholismus, chronische Malabsorptionssyndrome, Hartnup-Krankheit (Absorptionsstörungen, die zur Ausscheidung vieler Aminosäuren im Urin führen, wie Tryptophan) und die Einnahme von Antiepileptika.
Übermäßiger Verzehr von Vitamin PP
Eine übermäßige Einnahme von Niacin wird über den Urin ausgeschieden, was eine Überdosierung erschwert. Es kann jedoch für Personen, die Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, toxisch sein. Eine Dosis von etwa 1 g kann Kopfschmerzen, Erweiterung der Blutgefäße, Rötung der Haut und Verdauungsstörungen verursachen. Hohe Dosen von etwa 3 g erhöhen das Risiko einer Leberschädigung und erhöhen den Harnsäurespiegel. Eine zusätzliche Einnahme sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen. Besonders gefährdet sind schwangere Frauen sowie Personen mit Diabetes, Gicht, Leber- und Verdauungsstörungen. In diesen Fällen kann eine tägliche Dosis von 0,5 g, die über einen längeren Zeitraum eingenommen wird, schädlich sein. Niacin interagiert mit anderen Vitaminen wie B1, B2, B6, Pantothensäure und Biotin. Ein Mangel an einer dieser Vitamine ist oft mit einem Mangel an anderen Vitaminen verbunden, weshalb eine ausgewogene Ernährung von entscheidender Bedeutung ist.
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