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Langfristige Störungen des Verdauungstrakts – Ernährungstherapie

Tim Klein

Tim Klein

2026-03-16
3 Min. Lesezeit
Langfristige Störungen des Verdauungstrakts – Ernährungstherapie
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Langanhaltende Erkrankungen des Verdauungstraktes sind krankhafte Zustände, die länger als 10–14 Tage andauern. Sie zeichnen sich durch häufiges Abgeben von weichen Stühlen aus, in der Regel mehr als 4 pro Tag oder einzelne mit einer Beimischung von Schleim, Blut oder Eiter.

Chronische Durchfallerkrankung – ätiologische Faktoren und pathomechanistische Entwicklungsprozesse

Anhaltende Durchfallepisoden können auf eine Vielzahl ätiologischer Faktoren zurückgeführt werden, darunter angeborene Fehlbildungen des Gastrointestinaltrakts wie atrophische Veränderungen der Darmzottenstruktur oder gestörte Resorptionsprozesse von Kohlenhydraten und Lipiden. Des Weiteren spielen immunologisch vermittelte Überempfindlichkeitsreaktionen auf Nahrungsbestandteile eine zentrale Rolle, einschließlich Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten – exemplarisch die Zöliakie. Darüber hinaus führen Schleimhautschädigungen des Darms, ausgelöst durch virale oder bakterielle Infektionen, sowie parasitäre Besiedelungen (z. B. eine Infestation mit *Giardia lamblia*), ebenso wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie die Leśniewski-Crohn-Krankheit, zu einer erhöhten Prädisposition für die Entstehung solcher Störungen.

Chronischer Durchfall bei Kindern – therapeutische und ernährungsphysiologische Maßnahmen zur Vermeidung von körperlicher Erschöpfung

Bei der Festlegung eines angemessenen Ernährungsplans für Patienten mit chronischem Durchfall muss besonderes Augenmerk auf die Korrektur von Elektrolytstörungen sowie auf die Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Haushalts gelegt werden. Ebenso unerlässlich ist eine gründliche Bewertung des Ausmaßes der Unterernährung, die mit dieser Erkrankung einhergehen kann. Bei Kindern, die unter anhaltendem Durchfall leiden, wird empfohlen, die tägliche Kalorienzufuhr deutlich zu erhöhen – bis zu 50 Prozent über den altersentsprechenden Standardwerten –, um einer fortschreitenden Erschöpfung der Gewebe und Organe vorzubeugen. In Fällen eines extrem schweren Krankheitsverlaufs, bei denen die orale Nahrungsaufnahme unmöglich oder unzureichend wird, kann die Einführung einer parenteralen Ernährung erforderlich sein, um gezielt Makro- und Mikronährstoffdefizite auszugleichen. Ein weiteres Indiz für den Einsatz dieser Methode ist die vollständige Nahrungsmittelunverträglichkeit, wenn selbst spezialisierte orale Präparate nicht in der Lage sind, eine ausreichende Nährstoffversorgung zu gewährleisten, was das Risiko einer schweren proteinenergetischen Mangelernährung mit sich bringt.

Chronische Durchfallerkrankung – Ernährungsempfehlungen und angepasste Diätstrategien

Bei Vorliegen einer Durchfallerkrankung mit mittlerem bis moderatem Schweregrad kann schrittweise eine orale Ernährungstherapie eingeleitet werden, sofern dies klinisch vertretbar erscheint. Die ausgewählten Nahrungsmittel sollten eine hohe Verdaulichkeit aufweisen und vollständig auf frittierte, gebackene oder fettreich zubereitete Speisen verzichten. Eine mechanische Zerkleinerung – etwa durch Pürieren – ist unerlässlich, um die gastrointestinale Belastung zu minimieren. Besonders empfehlenswert sind feinpassierte Gemüsebreie, angereichert mit magerem, gekochtem Fleisch, oder homogenisierte Fruchtzubereitungen mit gleichmäßiger Konsistenz. Bei Säuglingen mit akuten Durchfallsymptomen sollte der Einsatz spezieller laktosefreier oder laktosereduzierter Säuglingsnahrung mit hochhydrolysiertem Protein in Betracht gezogen werden. Diese modifizierten Präparate werden aufgrund ihrer vorverdauten Proteinstrukturen deutlich besser toleriert als Muttermilch, die unveränderte Laktose enthält und somit eine intakte enzymatische Aktivität erfordert. Erwachsene Patienten sowie ältere Kinder benötigen eine erhöhte Energiezufuhr, wobei die Grundprinzipien einer leicht verdaulichen Kost beibehalten werden müssen. Zur Kalorienanreicherung können natürliche Fettquellen wie geklärte Butter, kaltgepresste Pflanzenöle, fettarme Sahne oder flüssiger Bienenhonig verwendet werden. Rohes Gemüse und Obst (z. B. Paprika, die die Darmschleimhaut reizen kann) sowie blähende Lebensmittel (Zwiebeln, Knoblauch, Hülsenfrüchte) sind strikt zu meiden. Vollkornprodukte – insbesondere grobkörniges Brot und Vollkorngrieß – sollten durch feinere Alternativen ersetzt werden, etwa durch polierten Reis, Grießbrei, Zwieback aus Weißmehl mit Honigauflage oder Reiswaffeln. Ein zentraler Bestandteil der Therapie stellt die konsequente Rehydration dar, entweder durch apothekenpflichtige Elektrolytlösungen (z. B. Gastrolit) oder selbst hergestellte Flüssigkeitsersatzlösungen (aus abgekochtem Wasser, Speisesalz und Haushaltszucker). Weitere detaillierte Empfehlungen zur ernährungsphysiologischen Begleitung bei Durchfallerkrankungen finden Sie in unserem umfassenden Ratgeber!

Chronischer Durchfall – ein beispielhafter, ernährungsphysiologisch angepasster Speiseplan für den Tagesbedarf

Chronischer Durchfall kann zu einer erheblichen Belastung des Organismus führen, die mit fortschreitender Abmagerung, Elektrolytstörungen und Nährstoffmangel einhergeht. Um diese Folgen zu mildern, ist eine Ernährung mit erhöhtem Energiegehalt erforderlich, die gleichzeitig leicht verdaulich und gut verträglich ist. Der folgende Speiseplan bietet ein Beispiel für Mahlzeiten, die die Regeneration des Körpers unterstützen können. Es ist jedoch zu beachten, dass die Ursachen für chronischen Durchfall vielfältig sein können – von Infektionen über Stoffwechselstörungen bis hin zu Autoimmunerkrankungen. Daher ist eine individuelle ärztliche oder ernährungsberaterische Konsultation unerlässlich, um die Ernährung an die spezifischen Bedürfnisse des Patienten anzupassen.

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