Histamin – Produkte, Unverträglichkeit und Allergie, Tests. Histaminarme Ernährung
Biologisch aktive Aminverbindung: die Rolle von Histamin in Physiologie und Pathologie des menschlichen Körpers
Histaminhaltige Lebensmittel – eine umfassende Übersicht der besonders belasteten Erzeugnisse
Ein besonders hoher Histamingehalt findet sich vorrangig in Lebensmitteln, die einer langandauernden Reifung oder mikrobiellen Fermentation unterzogen werden. Hierzu zählen unter anderem: Käsesorten verschiedener Konsistenz (insbesondere Hartkäse, halbfeste Käsesorten sowie Schmelzkäse und solche mit Edelschimmelkulturen), fermentierte Milchprodukte (darunter Naturjoghurt, aromatisierter Joghurt, Sauerrahm, acidophile Milch), sauer eingelegte Gemüse- und Obsterzeugnisse, Vollkorngetreide, bestimmte Obstsorten (wie Erdbeeren, Avocados, Bananen) sowie Gemüse (darunter Tomaten, Hülsenfrüchte und Sauerkraut). Ebenfalls von Bedeutung sind: Bäcker- und Brauereihefen, Fisch (vor allem tiefgekühlte oder geräucherte Varianten), Meeresfrüchte (Garnelen, Muscheln, Tintenfisch) sowie alkoholische Getränke – mit einem überwiegenden Anteil an Rotwein, unpasteurisiertem Bier und Sekt.
Hervorzuheben ist zudem, dass unsachgemäß gelagerte Lebensmittel (beispielsweise bei zu hohen Temperaturen oder über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus) eine bedeutende Histaminquelle darstellen können, da sie das Wachstum histaminproduzierender Bakterien begünstigen. Darüber hinaus gibt es eine Gruppe von Lebensmitteln, die nicht nur selbst Histamin enthalten, sondern auch die übermäßige Freisetzung körpereigenen Histamins aus Mastzellen anregen können. Zu diesen Substanzen zählen: scharfe Gewürze (wie Chili, Cayennepfeffer), Kräuter (Basilikum, Oregano), Trockenfrüchte (Aprikosen, Rosinen) sowie eine breite Palette von Lebensmittelzusatzstoffen – darunter Mononatriumglutamat (Geschmacksverstärker E621), synthetische Farbstoffe (z. B. Tartrazin E102), Konservierungsmittel (Natriumbenzoat E211) und Antioxidantien (z. B. BHA E320, BHT E321) [3].
Histaminunverträglichkeit: pathophysiologische Grundlagen, Symptomvielfalt und klinische Relevanz
Eine Histamin-Allergie
Histamin-Nachweis in der allergologischen Diagnostik – Verfahren zur Bewertung und Interpretation der Ergebnisse
Ernährungsgrundsätze bei Histaminintoleranz: Diätoptimierung zur Reduktion von Überempfindlichkeitsreaktionen
Eine Histaminintoleranz entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen der aufgenommenen Histaminmenge und der Fähigkeit des Körpers, dieses abzubauen. Das Hauptenzym für den Histaminabbau ist die Diaminoxidase (DAO), deren Mangel oder verminderte Aktivität zu einer Anhäufung dieses Stoffes im Gewebe führt. Symptome einer Histaminintoleranz können chronische Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Hautprobleme (wie Nesselsucht oder Rötungen) sowie gastrointestinale Beschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung umfassen. Um diese Symptome zu lindern, ist die Einführung einer strikten Eliminationsdiät erforderlich, die nicht nur histaminreiche Lebensmittel, sondern auch solche, die die Histaminfreisetzung fördern, ausschließt.
In der klinischen Praxis wird empfohlen, dass Patienten mit Histaminintoleranz insbesondere folgende Lebensmittel meiden:
- Fermentierte Produkte: gereifte Käsesorten (z. B. Gouda, Parmesan), Kefir, Naturjoghurt, Sauerkraut, Kimchi, Sojasauce, Weinessig;
- Verarbeitetes Fleisch: Wurstwaren, Salami, Schinken, geräucherter oder konservierter Fisch (z. B. Thunfisch, Hering, Makrele);
- Gemüse und Obst mit hohem Histamingehalt: Tomaten, Spinat, Auberginen, Avocados, Erdbeeren, Ananas, Zitrusfrüchte, Bananen, Kiwis, Papaya;
- Getränke und anregende Substanzen: Alkohol (insbesondere Rotwein und Bier), schwarzer Tee, Kaffee, Energydrinks, Schokolade;
- Lebensmittelzusätze: Mononatriumglutamat, Farbstoffe (z. B. E102, E124), Konservierungsstoffe (z. B. E200–E299).
Andererseits sollte eine antihistaminische Ernährung Lebensmittel enthalten, die den Histaminabbau unterstützen. Zu den wichtigsten gehören:
- Frische, unverarbeitete Proteine: Geflügel (Huhn, Pute), mageres Rindfleisch, frisch gefangener Fisch (z. B. Kabeljau, Lachs – am selben Tag verzehrt);
- Gemüse mit niedrigem Histamingehalt: Karotten, Gurken, Zucchini, Süßkartoffeln, Salat, Brokkoli, Blumenkohl;
- Obst mit reduziertem Histamingehalt: Äpfel (geschält), Birnen, Aprikosen, Pfirsiche, Wassermelone, Mango (in Maßen);
- Getreide und Milchersatz: weißer und brauner Reis, Hafer, Hirse, Quinoa, Mandel- oder Kokosmilch;
- Fette und Öle: Leinsamenöl, Borretschöl, geklärte Butter (Ghee), natives Olivenöl;
- Unterstützende Nahrungsergänzungsmittel: Vitamin C (1000–2000 mg/Tag), Vitamin B6 (50–100 mg/Tag), Magnesium, Zink sowie Probiotika (insbesondere die Stämme Lactobacillus rhamnosus und Bifidobacterium infantis).
Es ist wichtig zu betonen, dass die Wirksamkeit einer antihistaminischen Diät nicht nur von der Eliminierung schädlicher Lebensmittel abhängt, sondern auch von der Zubereitungsart der Mahlzeiten. Empfohlen werden schonende Garmethoden wie Dämpfen, Schmoren oder Backen bei niedrigen Temperaturen, während Frittieren und Grillen vermieden werden sollten, da diese die Histaminkonzentration in Lebensmitteln erhöhen können. Darüber hinaus spielt die Frische der Produkte eine entscheidende Rolle – je länger Lebensmittel (insbesondere bei Raumtemperatur) gelagert werden, desto höher kann der Histamingehalt ansteigen. Daher wird empfohlen, kleine Mengen einzukaufen und diese schnell zu verbrauchen oder einzufrieren, um Abbauprozesse zu verlangsamen.
Personen mit Verdacht auf Histaminintoleranz sollten zudem spezialisierte diagnostische Tests in Betracht ziehen, wie die Bestimmung der DAO-Aktivität im Blut oder einen Histamin-Provokationstest unter ärztlicher Aufsicht. In einigen Fällen kann eine unterstützende medikamentöse Therapie erforderlich sein, z. B. die Einnahme von DAO-haltigen Präparaten (als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich) oder Antihistaminika der neuen Generation, die die Enzymaktivität nicht beeinträchtigen. Wichtig ist, dass der gesamte Behandlungsprozess unter strenger ärztlicher Überwachung erfolgt, da eine falsch zusammengestellte Eliminationsdiät zu Nährstoffmängeln und einer Verschlechterung des Gesundheitszustands führen kann.