Skip to main content
Blog

Die als Gilbert-Syndrom bekannte Stoffwechselstörung – Symptome, Ursachen, Diagnosemöglichkeiten und Schwangerschaft

Max Müller

Max Müller

2026-03-17
4 Min. Lesezeit
Die als Gilbert-Syndrom bekannte Stoffwechselstörung – Symptome, Ursachen, Diagnosemöglichkeiten und Schwangerschaft

Die als Gilbert-Syndrom bekannte Stoffwechselstörung – Symptome, Ursachen, Diagnosemöglichkeiten und Schwangerschaft

36 Aufrufe
Ein erhöhter Bilirubinspiegel im Serum ist ein Zustand, der nicht leichtfertig behandelt werden sollte. Ein hoher Bilirubinspiegel im Blut kann auf Störungen in der Leberfunktion hinweisen oder den Verdacht auf hämolytische Anämie wecken. Obwohl die oben genannten Möglichkeiten in jeder Situation berücksichtigt werden sollten, ist dies nicht immer ein Grund zur Besorgnis. Ein Beispiel für eine sichere Stoffwechselstörung, die oft mit Gelbsucht einhergeht, ist das Gilbert-Syndrom.

Gilbert-Syndrom

Das Gilbert-Syndrom ist eine angeborene Stoffwechselstörung, die den Abbau des gelb-orangen Pigments Bilirubin beeinflusst. Sie betrifft etwa 5-7% der Bevölkerung, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Obwohl die Erkrankung gut erforscht ist, wird sie in der Öffentlichkeit kaum thematisiert. Trotz der vorhandenen medizinischen Erkenntnisse bleibt sie für viele Menschen unbekannt und mysteriös. Gibt es ernsthafte Komplikationen und welche Behandlungsmöglichkeiten existieren?

Gilbert-Syndrom - Symptome und ihr Auftreten

In den meisten Fällen verursacht diese Erkrankung keine spürbaren Symptome. Die Diagnose wird in der Regel zufällig während routinemäßiger medizinischer Untersuchungen gestellt. Sie beeinträchtigt nicht den Alltag, was durch Studien belegt wird, die zeigen, dass eine bestimmte Gruppe von Personen mit genetischer Mutation keine Anomalien in ihrem Stoffwechsel bemerkt. Der einzige auffällige Hinweis kann das periodische Auftreten von Gelbsucht der Haut, Schleimhäute und der Augenbindehaut sein. Dieses Phänomen tritt typischerweise bei Jungen in der Pubertät auf, kann jedoch auch durch übermäßigen Stress, Alkoholkonsum, intensive körperliche Anstrengung oder bei Frauen vor der Menstruation verursacht werden.

Gilbert-Syndrom – Ätiologie

Um die Pathogenese dieser Erkrankung zu verstehen, ist es notwendig, die Bedeutung von Bilirubin und die Funktion der Leber, die für dessen Ausscheidung aus dem Körper verantwortlich ist, zu erläutern. Bilirubin entsteht durch den Abbau von Häm, einem Bestandteil des Hämoglobins, des roten Blutfarbstoffs (der in Erythrozyten vorkommt). Nach der Freisetzung von Häm aus den Erythrozyten während deren Abbau wird es in Bilirubin umgewandelt. Unter normalen Bedingungen sollte Bilirubin in die Leber transportiert werden, wo es mit Glucuronsäure konjugiert und über die Galle ausgeschieden wird. Bei Personen mit Gilbert-Syndrom liegt eine Mutation im Gen vor, das UDP-Glucuronyltransferase kodiert, ein Enzym, das für den korrekten Ablauf dieses Prozesses essenziell ist. Welche Folgen hat diese Mutation? Bilirubin reichert sich im Blut in übermäßigen Konzentrationen an, was zu Gelbsucht führt. Jedes Auftreten solcher Symptome erfordert eine gründliche Diagnostik, um andere, potenziell gefährlichere Ursachen auszuschließen. Das Gilbert-Syndrom stellt keine lebensbedrohliche Erkrankung dar.

Gilbert-Syndrom - Diagnose der Erkrankung

Gelbsucht der Haut und Schleimhäute erfordert eine sofortige Beurteilung der Leberfunktion. Zur Diagnose des Gilbert-Syndroms sind verschiedene Untersuchungen notwendig, darunter die Bestimmung der Leberenzyme (ALT, AST, ALP, GGT), Albumin und anderer Leberparameter. Falls die Ergebnisse keine Auffälligkeiten zeigen und eine hämolytische Anämie ausgeschlossen wurde, sollte ein genetischer Test auf Mutationen im UGT1A1-Gen durchgeführt werden. Leider wird dieser Test nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Häufig wird ein Test mit Fenobarbital durchgeführt, bei dem der Patient über mehrere Tage 90-150 mg des Medikaments einnimmt. Bei Bestätigung des Gilbert-Syndroms sollte der Bilirubinspiegel sinken. Die Diagnose beeinflusst in der Regel die Lebensqualität nicht wesentlich, jedoch sollten Faktoren, die eine Hyperbilirubinämie begünstigen, wie Stress, übermäßige körperliche Belastung oder Alkoholkonsum, vermieden werden.

Gilbert-Syndrom und Schwangerschaft: Wichtige Informationen

Das Gilbert-Syndrom stellt aufgrund seiner genetischen Ursache keine Beeinträchtigung im Alltag dar. Schwangere Frauen mit dieser Mutation müssen sich keine Sorgen machen, da gelegentliche Bilirubinanstiege unbedenklich sind. Wichtig ist es, Stress zu reduzieren und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Zu beachten ist, dass dieser Zustand keine Therapie erfordert, aber eine bewusste Selbstfürsorge und ein gesunder Lebensstil entscheidend sind.
Max Müller

Max Müller

Profil ansehen

Scanne diesen QR-Code, um schnell auf diese Seite auf deinem Mobilgerät zuzugreifen.

QR Code