Cholesterinartige pflanzliche Substanzen sind in der gewöhnlichen, täglichen Ernährung des Menschen zu finden
Phytosterine: pflanzliche Cholesterinanaloga mit cholesterinsenkender Wirkung
Phytostanole – pflanzliche Verbindungen zur Cholesterinsenkung
Pflanzliche Sterine und Stanole – Vorkommen und natürliche Quellen in Lebensmitteln
Pflanzliche Sterine, auch als Phytosterole bekannt, sowie ihre gesättigten Derivate – die Stanole – gehören zu einer Gruppe organischer Verbindungen, deren chemische Struktur dem Cholesterin ähnelt. Die Hauptquellen dieser Substanzen in der Ernährung sind pflanzliche Produkte, wobei die höchsten Konzentrationen in kaltgepressten Ölen zu finden sind. Besonders reich an diesen Verbindungen sind Rapsöl, Sesamöl, Maiskeimöl, Sojaöl und Reisöl. Zudem enthalten Nüsse (wie Mandeln, Walnüsse und Pistazien), Hülsenfrüchte (z. B. Linsen, Kichererbsen und Bohnen) sowie Getreidekeime – insbesondere aus Weizen und Mais – beträchtliche Mengen an Phytosterolen. Aufgrund ihrer nachgewiesenen cholesterinsenkenden Wirkung werden Phytosterole und Stanole häufig als aktive Bestandteile in funktionalen Lebensmitteln eingesetzt, die darauf abzielen, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.
Klinische Studien bestätigen, dass die regelmäßige Aufnahme von bereits 2 Gramm pflanzlicher Stanole pro Tag zu einer Senkung des LDL-Cholesterinspiegels im Blut um 10–15 % führen kann, in einigen Fällen sogar um bis zu 20 %. Der Wirkmechanismus beruht auf der kompetitiven Hemmung der Cholesterinabsorption im Dünndarm, was zu einer verringerten Resorption und letztlich zu einem niedrigeren Serumcholesterinspiegel führt. Obwohl natürliche pflanzliche Stanole in geringen Mengen in Obst (z. B. Avocados, Oliven), Vollkornprodukten, Nüssen und bestimmten Ölen vorkommen, ist ihre Konzentration zu niedrig, um eine signifikante therapeutische Wirkung zu erzielen. Daher wird zur Erreichung gesundheitlicher Vorteile der Verzehr angereicherter Produkte wie funktionaler Margarinen, pflanzlicher Getränke oder Joghurt empfohlen, die deutlich höhere Dosen dieser Verbindungen enthalten.
Aktuelle ernährungsphysiologische Richtlinien, die auf den Ergebnissen zahlreicher epidemiologischer und interventioneller Studien basieren, betonen die Rolle von Phytosterolen und Stanolen in der primären und sekundären Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ihre regelmäßige Aufnahme, insbesondere im Rahmen einer Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren und löslichen Ballaststoffen ist, kann erheblich zur Verbesserung des Lipidprofils und zur Reduzierung des Arterioskleroserisikos beitragen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass trotz des weit verbreiteten Vorkommens dieser Verbindungen in Grundnahrungsmitteln ihre tägliche Aufnahme in natürlicher Form zu gering ist, um allein optimale gesundheitliche Effekte zu gewährleisten. Daher gewinnt in der klinischen Praxis und Ernährungsberatung zunehmend angereicherte Lebensmittel an Bedeutung, die es ermöglichen, die empfohlenen Dosen ohne radikale Änderungen der Ernährungsgewohnheiten zu erreichen.