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Cholesterinartige pflanzliche Substanzen sind in der gewöhnlichen, täglichen Ernährung des Menschen zu finden

Mateusz Pawlak

Mateusz Pawlak

2026-03-18
2 Min. Lesezeit
Cholesterinartige pflanzliche Substanzen sind in der gewöhnlichen, täglichen Ernährung des Menschen zu finden
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Diese Substanzen, auch bekannt als Phytosterole und Phytostanole, ähneln in ihrer chemischen Struktur stark dem Cholesterin. Sie besitzen die Eigenschaft, den Cholesterinspiegel im Blut zu senken, indem sie seine Absorption im Darm teilweise hemmen.

Phytosterine: pflanzliche Cholesterinanaloga mit cholesterinsenkender Wirkung

Phytosterine, auch als pflanzliche Sterole bezeichnet, repräsentieren eine Klasse natürlich vorkommender steroidartiger Verbindungen mit zyklischer Alkoholstruktur. Ihre primäre physiologische Funktion besteht in der kompetitiven Hemmung der Cholesterinresorption im Dünndarm, was zu einer signifikanten Reduktion der Plasmacholesterinkonzentration führt. Zu den wichtigsten Vertretern dieser Verbindungsklasse zählen β-Sitosterol (das in der Natur am weitesten verbreitete Phytosterin), Campesterol (häufig in Maiskeimöl nachweisbar), Stigmasterol (typisch für Hülsenfrüchte) sowie Brassikasterol (vorwiegend in Rapsöl enthalten). Auf zellulärer Ebene erfüllen diese Sterole eine strukturelle Rolle bei der Membranstabilisierung pflanzlicher Zellen, vergleichbar mit der Funktion von Cholesterin in tierischen Organismen. Ein Sonderfall stellt Ergosterol dar – eine Vorstufe von Vitamin D2, die von Algen der Gattung *Chlorella* sowie bestimmten Pilzarten synthetisiert wird.

Phytostanole – pflanzliche Verbindungen zur Cholesterinsenkung

Phytostanole, obwohl häufig aus Phytosterolen synthetisiert, kommen natürlicherweise in einer Vielzahl von Lebensmitteln vor, darunter Obst, Getreide, Nüsse sowie verschiedene pflanzliche Öle. Sie bilden eine heterogene Gruppe bioaktiver Verbindungen, deren klinische Relevanz auf ihrer nachgewiesenen Fähigkeit beruht, die Konzentration des LDL-Cholesterins (umgangssprachlich als "schlechtes Cholesterin" bezeichnet) im Blutplasma zu reduzieren. Ihr Wirkmechanismus basiert auf einer kompetitiven Hemmung der intestinalen Cholesterinabsorption im Dünndarm, was gleichzeitig dessen Ausscheidung über den gallenabhängigen Stoffwechselweg beschleunigt. Chemisch betrachtet stellen Phytostanole gesättigte Derivate der Phytosterole dar und weisen eine strukturelle Ähnlichkeit mit dem endogenen Cholesterinmolekül auf. In der Lebensmittelindustrie finden Phytostanolester breite Anwendung als funktionale Inhaltsstoffe in Margarinen und anderen Fettprodukten, die darauf abzielen, das Lipidprofil im Blut der Verbraucher zu optimieren.

Pflanzliche Sterine und Stanole – Vorkommen und natürliche Quellen in Lebensmitteln

Pflanzliche Sterine, auch als Phytosterole bekannt, sowie ihre gesättigten Derivate – die Stanole – gehören zu einer Gruppe organischer Verbindungen, deren chemische Struktur dem Cholesterin ähnelt. Die Hauptquellen dieser Substanzen in der Ernährung sind pflanzliche Produkte, wobei die höchsten Konzentrationen in kaltgepressten Ölen zu finden sind. Besonders reich an diesen Verbindungen sind Rapsöl, Sesamöl, Maiskeimöl, Sojaöl und Reisöl. Zudem enthalten Nüsse (wie Mandeln, Walnüsse und Pistazien), Hülsenfrüchte (z. B. Linsen, Kichererbsen und Bohnen) sowie Getreidekeime – insbesondere aus Weizen und Mais – beträchtliche Mengen an Phytosterolen. Aufgrund ihrer nachgewiesenen cholesterinsenkenden Wirkung werden Phytosterole und Stanole häufig als aktive Bestandteile in funktionalen Lebensmitteln eingesetzt, die darauf abzielen, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.

Klinische Studien bestätigen, dass die regelmäßige Aufnahme von bereits 2 Gramm pflanzlicher Stanole pro Tag zu einer Senkung des LDL-Cholesterinspiegels im Blut um 10–15 % führen kann, in einigen Fällen sogar um bis zu 20 %. Der Wirkmechanismus beruht auf der kompetitiven Hemmung der Cholesterinabsorption im Dünndarm, was zu einer verringerten Resorption und letztlich zu einem niedrigeren Serumcholesterinspiegel führt. Obwohl natürliche pflanzliche Stanole in geringen Mengen in Obst (z. B. Avocados, Oliven), Vollkornprodukten, Nüssen und bestimmten Ölen vorkommen, ist ihre Konzentration zu niedrig, um eine signifikante therapeutische Wirkung zu erzielen. Daher wird zur Erreichung gesundheitlicher Vorteile der Verzehr angereicherter Produkte wie funktionaler Margarinen, pflanzlicher Getränke oder Joghurt empfohlen, die deutlich höhere Dosen dieser Verbindungen enthalten.

Aktuelle ernährungsphysiologische Richtlinien, die auf den Ergebnissen zahlreicher epidemiologischer und interventioneller Studien basieren, betonen die Rolle von Phytosterolen und Stanolen in der primären und sekundären Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ihre regelmäßige Aufnahme, insbesondere im Rahmen einer Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren und löslichen Ballaststoffen ist, kann erheblich zur Verbesserung des Lipidprofils und zur Reduzierung des Arterioskleroserisikos beitragen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass trotz des weit verbreiteten Vorkommens dieser Verbindungen in Grundnahrungsmitteln ihre tägliche Aufnahme in natürlicher Form zu gering ist, um allein optimale gesundheitliche Effekte zu gewährleisten. Daher gewinnt in der klinischen Praxis und Ernährungsberatung zunehmend angereicherte Lebensmittel an Bedeutung, die es ermöglichen, die empfohlenen Dosen ohne radikale Änderungen der Ernährungsgewohnheiten zu erreichen.

Mateusz Pawlak

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