Bardanenwurzel – Eigenschaften und Anwendung. Bardane zur Einnahme
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Knöterich findet man häufig am Rande von Wäldern, an Straßenrändern und wird es oft bei verschiedenen Hautproblemen eingesetzt. Es kann bei der Bekämpfung von Akne hilfreich sein, da es Lignane enthält, die eine vielseitige Wirkung aufweisen. Es ist wichtig, die Anwendungsmöglichkeiten von Wurzelknöterich zu kennen, da es definitiv seinen Platz in der Phytotherapie hat.
Die Klettenwurzel: Botanische Merkmale und therapeutische Anwendungsmöglichkeiten
Die **Klettenwurzel** (*Radix Bardanae*) stammt aus der Familie der **Korbblütler** (*Asteraceae*) und wird aus drei primären Arten gewonnen: der **Großen Klette** (*Arctium lappa* L.), der **Kleinen Klette** (*Arctium minus* Bernh.) sowie der **Filzigen Klette** (*Arctium tomentosum* Mill.). In Polen ist diese Pflanze vor allem in **Tieflandregionen** weit verbreitet, wo sie auf **Brachflächen, Wegrändern** und **ruderalen Standorten** gedeiht. Die getrocknete Wurzel findet sowohl **äußerliche** als auch **innerliche Anwendung**. Bereits im **19. Jahrhundert** wurde sie aufgrund ihrer **haarwuchsfördernden Eigenschaften** geschätzt und bei diversen **Hauterkrankungen** eingesetzt. Innerlich diente sie zur Behandlung von **Gicht** sowie **metabolisch bedingten Hautausschlägen**. Moderne phytotherapeutische Studien bestätigen ihre **multifunktionale Wirksamkeit**, darunter **antibakterielle, entzündungshemmende und antimykotische Eigenschaften**. Als **diuretisches Mittel** unterstützt sie die Therapie bei **Nierensteinen**, **Harnwegsentzündungen** und **Gallenblasenentzündungen** und wird zudem bei **ausgewählten gastrointestinalen Störungen** sowie **rheumatischen Beschwerden** empfohlen. Darüber hinaus wird die Klettenwurzel bei **Hautproblemen** wie **Akne vulgaris, Furunkeln, seborrhoischer Dermatitis** und **Schuppenflechte** eingesetzt. Sie besitzt einen **markanten, erdigen Geruch**, der von manchen als unangenehm empfunden wird, während ihr Geschmack **mild-süßlich** ist. Die chemische Zusammensetzung umfasst u. a. **Polyacetylenverbindungen** (mit antibakterieller Wirkung), **ätherisches Öl** (0,09–0,18%), **Gerbstoffe**, **Proteine**, **Inulin** (bis zu 40%), **Phytosterole**, **organische Säuren**, **Mineralsalze**, **Vitamine** (vorwiegend B-Komplex) und **Flavonoide** (z. B. Quercetin). Die Wurzeln **einjähriger Pflanzen** werden **früh im Frühjahr oder spät im Herbst** – vor der Blütephase – geerntet. Nach gründlicher Reinigung und Trocknung werden sie zerkleinert und bei **50°C in speziellen Trocknungsanlagen** getrocknet [1, 2, 3].
Die Klettenwurzel – heilende Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten in Medizin und Kosmetik
Die Klettenwurzel (*Arctium lappa*) wird seit langem in der Phytotherapie aufgrund ihrer vielseitigen gesundheitsfördernden Eigenschaften geschätzt. Innerlich angewendet, hilft sie bei katarrhalischen Erkrankungen des Verdauungstraktes sowie bei Störungen der Gallenproduktion und entzündlichen Prozessen der Harnwege – insbesondere dann, wenn diese mit einer verminderten Urinausscheidung (Oligurie) einhergehen. Darüber hinaus unterstützt die Wurzel den Stoffwechsel während der Pubertät, einer Phase intensiver körperlicher Umstellungen [6]. In der Dermatologie wird sie zur Behandlung verschiedener Hauterkrankungen eingesetzt, darunter auch als unterstützende Therapie bei Psoriasis [3]. Die Kosmetikindustrie nutzt Extrakte, Säfte und Klettenwurzelöl (Mazerat), die antibakterielle, bakterizide und fungistatische Wirkungen aufweisen. Das Öl findet Anwendung bei chronischen Hauterkrankungen wie Ekzemen oder seborrhoischer Dermatitis, während Extrakte und Säfte besonders bei fettiger oder unreiner Haut empfohlen werden [5–6]. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die in der Klettenwurzel enthaltenen Lignane entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften besitzen, was weitere Forschungsansätze vielversprechend macht. Zudem tragen die in der Wurzel vorhandenen Sitosterol-Derivate zur Senkung des postprandialen Blutzuckerspiegels bei, was für die Diabetestherapie von Bedeutung sein könnte [6].
Trinkzubereitungen aus Klettenwurzel – Anwendung und Herstellung
Bei allergisch bedingten Hautentzündungen wird der Konsum von Kräutertees empfohlen, die unter anderem Extrakte der Klettenwurzel enthalten. Eine typische Mischung setzt sich zusammen aus Baldrianwurzel, Löwenzahnwurzel, Klettenwurzel, Melissenblättern, Schachtelhalmkraut sowie Stiefmütterchenkraut (jeweils 20 Gramm pro Komponente). Ein Esslöffel dieser Kräutermischung sollte mit zwei Gläsern kaltem Wasser übergossen, eine Stunde lang stehen gelassen und anschließend für etwa fünf Minuten bis zum Sieden erhitzt werden. Danach wird die Flüssigkeit in eine Thermoskanne umgefüllt und für zwanzig bis dreißig Minuten ziehen gelassen, um die Wirkstoffe optimal zu extrahieren. Der abgeseihte Tee sollte in einer Dosierung von einem Glas zweimal täglich eingenommen werden, wobei ein zeitlicher Abstand von etwa einer Stunde nach den Mahlzeiten einzuhalten ist. Alternativ lässt sich ein Aufguss aus zwei Esslöffeln getrockneter Klettenwurzel herstellen, die mit zwei Gläsern kochendem Wasser übergossen und nach zwanzig Minuten Ziehzeit filtriert werden. Empfohlen wird der Konsum von 100–200 Millilitern dieses Tees mehrmals täglich. Ein Sud wird ähnlich zubereitet: Zwei Esslöffel der Wurzel werden fünf Minuten lang in zwei Gläsern Wasser gekocht, anschließend zwanzig Minuten stehen gelassen und dann getrunken. Die Klettenwurzel findet sowohl in der traditionellen Volksheilkunde als auch in der Schulmedizin Anwendung und zeichnet sich durch stimulierende Eigenschaften aus, die die Sekretion von Magensaft, Galle und pankreatischen Enzymen fördern sowie die glomeruläre Filtration in den Nieren unterstützen. Vor der Anwendung sollte jedoch eine Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen, um mögliche Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen auszuschließen.