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„Babykolik – Symptome, Ursachen und Behandlung. Wie geht man mit einer Babykolik um?

Wojciech Wiśniewski

Wojciech Wiśniewski

2026-03-20
4 Min. Lesezeit
„Babykolik – Symptome, Ursachen und Behandlung. Wie geht man mit einer Babykolik um?
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„Eines der häufigsten Gründe für einen Besuch bei einem Hausarzt oder einem Kinderarzt ist der Babykolik, der nicht nur die Eltern stört, sondern auch das Kind unangenehm berührt.

Das ungelöste Rätsel der Säuglingskolik: Symptome ohne klare Ursache

Seit mehr als einem halben Jahrhundert werden systematische Studien zur Säuglingskolik durchgeführt, doch trotz jahrzehntelanger Forschung konnte die primäre Ursache dieses Phänomens bis heute nicht eindeutig identifiziert werden. Aus diesem Grund wird die Kolik den funktionalen Störungen zugeordnet – also jenen Erkrankungen, bei denen zwar charakteristische klinische Symptome vorliegen, jedoch keine nachweisbaren strukturellen Veränderungen im Organismus feststellbar sind. Praktisch äußert sich die Säuglingskolik in plötzlichen, intensiven und nur schwer zu beruhigenden Schrei- oder Weinepisoden bei ansonsten gesunden Säuglingen, die sich in Bezug auf Gewichtszunahme und Wachstum altersgerecht entwickeln. Epidemiologische Daten zeigen, dass dieses Problem zwischen 10 % und 40 % aller Säuglinge betrifft, wobei keine signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede beobachtet wurden. Die Symptome treten typischerweise zwischen dem dritten Lebenstag und der dritten Lebenswoche erstmals auf, erreichen ihre größte Intensität am späten Nachmittag, Abend oder in der Nacht und klingen in der Regel zwischen dem vierten und fünften Lebensmonat allmählich ab. Tagsüber verhalten sich die betroffenen Kinder meist ruhig, während die Schreianfälle sich auf die späten Nachmittags-, Abend- und Nachtstunden konzentrieren.

Anzeichen und typische Merkmale von Dreimonatskoliken bei Säuglingen – Symptomverlauf und körperliche Reaktionen

Dreimonatskoliken bei Säuglingen treten in der Regel zyklisch in den Abendstunden auf, meist zwischen 18:00 und 22:00 Uhr, wobei die Episoden sich häufig auch über die Nacht hinziehen können. Dieser Zustand stellt für das Kind eine erhebliche Belastung dar, da starke Bauchschmerzen heftige Reaktionen auslösen – das Baby beginnt mit durchdringendem Schreien oder Weinen, das aufgrund der anhaltenden Natur der Beschwerden oft stundenlang ohne Unterbrechung anhalten kann. Der Beginn einer Kolikattacke kündigt sich durch eine deutliche Rötung des Gesichts des Säuglings an, begleitet von einem schmerzverzerrten Gesichtsausdruck sowie einem reflexartigen Anziehen der Beine in Richtung Bauch, was auf eine starke muskuläre Anspannung hindeutet. In der folgenden Phase intensiviert sich das Weinen, das sich mit herkömmlichen Beruhigungsmethoden nur schwer lindern lässt. Zudem lässt sich bei dem Kind ein aufgeblähter und gespannter Bauch beobachten, was häufig mit Stuhlgang oder übermäßigem Abgang von Darmgasen einhergeht. Ein entscheidender diagnostischer Aspekt ist, dass Koliken nicht mit erhöhter Körpertemperatur oder Infektionssymptomen verbunden sind; dennoch können Nahrungsmittelallergien, insbesondere gegen Kuhmilchprotein oder Soja, nicht ausgeschlossen werden, da diese die Beschwerden verschlimmern können.

Wirksame Strategien zur Linderung von Dreimonatskoliken bei Säuglingen – ein Ratgeber für Eltern

Zunächst sollte in Absprache mit dem Kinderarzt sichergestellt werden, dass das Baby gesund ist und dass das anhaltende Schreien tatsächlich auf eine Dreimonatskolik zurückzuführen ist. Eltern sollten lernen, zwischen verschiedenen Schreiarten zu unterscheiden – etwa zwischen Hunger-, Müdigkeits- oder Unbehaglichkeitsschreien und den typischen, anfallsartigen Schreiepisoden, die mit einer Kolik einhergehen. Die Wahl der Linderungsstrategien hängt maßgeblich von der Ernährungsweise des Säuglings ab. Stillen bleibt die optimale Lösung, und eine Kolik allein stellt keinen Grund dar, das Stillen einzustellen. Eigenmächtige Eliminationsdiäten der Mutter ohne ärztliche Rücksprache können zu schweren Nährstoffmängeln und einer Verschlechterung des mütterlichen Gesundheitszustands führen. In begründeten Fällen kann eine vorübergehende milchfreie Ernährung mit gleichzeitiger Kalziumsubstitution aus alternativen Quellen über etwa zwei Wochen erwogen werden – jedoch nur, wenn eine deutliche Besserung der Symptome beim Kind zu beobachten ist. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die Einnahme von Laktase oder Protonenpumpenhemmern durch stillende Mütter keine erwünschten Effekte bringt. Eine Studie aus dem Jahr 2005 deutete zwar auf die Wirksamkeit des Verzichts auf Milch, Eier, Weizen, Fisch, Soja und Nüsse hin, doch derart strenge Einschränkungen beeinträchtigen das Wohlbefinden und den Ernährungsstatus der Mutter negativ und werden daher nicht mehr empfohlen. Bei flaschenernährten Säuglingen können hypoallergene Präparate auf Basis von Proteinhydrolysaten in Betracht gezogen werden, was auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Koliken und Kuhmilchproteinallergie hindeutet. Zudem sind fermentierte Milchnahrungen erhältlich, die Metaboliten von Milchsäurebakterien enthalten und die Symptome lindern können. Eine sichere und erprobte Methode ist die Gabe von Fencheltee, wobei traditionelle Kräutertees den speziellen "Baby-Tees" vorzuziehen sind, da letztere oft übermäßige Zuckermengen enthalten. Wichtig ist auch, dem Kind ruhige Fütterungsbedingungen und regelmäßige Mahlzeiten zu bieten. Dreimonatskoliken stellen sowohl für das Baby als auch für die Eltern eine extrem belastende Erfahrung dar. Daher ist es ratsam, multifaktorielle Ansätze anzuwenden, um die mit den Bauchschmerzen verbundenen Beschwerden zu minimieren – eine Qual, die für das Kind ebenso unerträglich ist wie für die Eltern, die hilflos zusehen müssen.
Wojciech Wiśniewski

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