Anleitungen, Kontraindikationen und Regeln zur Erstattung der Kosten der Ernährungstherapie
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Der Zustand des Patienten wird ausführlich untersucht, der Energiebedarf festgelegt, Nährstoffmängel beurteilt und der Grad der Verdauungsstörungen bewertet. All diese Schritte bilden die Grundlage für die Anwendung einer Ernährungstherapie.
Ernährungsversorgung
Die Ernährungsversorgung ist ein zentraler Bestandteil der Therapie, der darauf abzielt, den Ernährungszustand zu verbessern und aufrechtzuerhalten, die Prognose für den Patienten zu optimieren und den Heilungsprozess zu beschleunigen. Sie kann enteral (über den Magen oder den Dünndarm) und parenteral (intravenös) verabreicht werden, wobei alle notwendigen Nährstoffe in Mengen zugeführt werden, die den aktuellen Bedürfnissen des Patienten entsprechen, der nicht in der Lage ist, sich normal (oral) zu ernähren oder dessen Ernährung unzureichend ist. Es kann sich um eine ergänzende Therapie handeln, die Nährstoffmängel aufgrund unzureichender natürlicher Ernährung ausgleicht, oder um eine vollständige Therapie, die den Energie- und Nährstoffbedarf zu 100% deckt.
Ernährungsbehandlung – Anwendungsbereiche
Indikationen für die Ernährungsbehandlung umfassen: unbeabsichtigten Gewichtsverlust von > 10 – 15% innerhalb der letzten 3 – 6 Monate, BMI < 17 kg/m², Plasmaprotein-Albumin-Spiegel < 3,2 g/dl, Prealbumin < 10,0 mg/dL, Transferrin < 150 mg/dl, CLL < 1000/mm³ sowie nicht-mangelernährte Patienten, wenn die geplante Fastenzeit über 7 Tage hinausgeht. Der klinische Zustand des Patienten (das entscheidende Kriterium) dient ebenfalls als Indikation für die Ernährungsbehandlung. Gemäß den ESPEN-Richtlinien von 2006/2009 zur enteralen und parenteralen Ernährung werden die Indikationen für die Ernährungsbehandlung anhand zweier Kriterien festgelegt: erwartete Unfähigkeit, innerhalb von 7 Tagen mit der oralen Ernährung zu beginnen, und bestehende oder drohende Mangelernährung. Eine unzureichende orale Aufnahme über mehr als 14 Tage ist mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden, und die Ernährungsbehandlung ist auch bei Patienten angezeigt, die eine tägliche Nahrungsaufnahme von > 60% der empfohlenen Menge für mehr als 10 Tage nicht aufrechterhalten können. In solchen Fällen sollte die Ernährungsunterstützung so schnell wie möglich eingeleitet werden (enteral, falls machbar). Auf Intensivstationen sollte bei jedem Patienten, der nicht innerhalb von 3 Tagen auf eine vollständige orale Ernährung umgestellt werden kann, frühzeitig eine enterale Ernährung begonnen werden.
Ernährungsbehandlung - Wichtige Kontraindikationen
Es gibt bestimmte Situationen, in denen eine Ernährungsbehandlung über den Verdauungstrakt absolut nicht angezeigt ist. Dazu gehören: mechanische oder paralytische Obstruktion, Schockzustand und fehlende Patienteneinwilligung. Die einzige Indikation für eine extraintestinale Behandlung ist die Unmöglichkeit einer adäquaten Ernährungsbehandlung über den Verdauungstrakt, die den aktuellen Bedürfnissen des Patienten entspricht. Kontraindikationen für eine intraintestinale Behandlung sind: diffuse Peritonitis, mechanische und paralytische Obstruktion, schwerer Durchfall, unaufhörliches Erbrechen, Magen-Darm-Fisteln mit erheblichem Flüssigkeitsverlust, Störungen der Darmfunktion und Schock.
Kostenerstattung für Ernährungstherapien – Verfahren und Kriterien
Die Erstattung von Ernährungstherapien ist in verschiedenen Einrichtungen wie Krankenhäusern, zu Hause, Hospizen oder ambulanten Behandlungszentren (ZOL) möglich. Ausgenommen sind Sozialpflegeheime (kein Vertrag mit NFZ), Rehabilitationsabteilungen und Palliativmedizin. Das Erstattungssystem in Polen basiert auf einheitlichen Patientengruppen (JGP), wobei die NFZ die Kosten für die Grundtherapie und zusätzliche Verfahren (ergänzend zur Hauptprozedur) übernimmt. Die volle Erstattung umfasst die enterale Ernährungstherapie (bis zu 30 Tage über eine Stoma) und die parenterale Ernährung (bis zu 15 Tage über eine zentrale Vene). Für die Erstattung sind eine korrekte Qualifikation des Patienten (Skala der Ernährung, Qualifikationskarte), die richtige Zubereitung der Mischung (Qualifikationskarte + metabolische Karte) sowie eine regelmäßige Überwachung (metabolische Karte) erforderlich. Ernährungstherapien sind oft lebensnotwendig, insbesondere bei stark geschwächten Patienten. Indikationen und Kontraindikationen sollten stets im Kontext des Gesundheitszustands des Patienten sorgfältig geprüft werden. Für Patienten, die nach Hause entlassen werden, aber weiterhin eine Ernährungstherapie benötigen, senkt die Erstattung durch die NFZ die Behandlungskosten erheblich.