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Ist das wirklich eine Delboeuf-Illusion oder kommt es tatsächlich auf die Tellergröße an?

Lena Bauer

Lena Bauer

2026-03-19
3 Min. Lesezeit
Ist das wirklich eine Delboeuf-Illusion oder kommt es tatsächlich auf die Tellergröße an?
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Die anhaltenden Probleme der Epidemiologie erfordern eine ständige Suche nach ihren Ursachen und Lösungen. Die beiden entgegengesetzten Probleme der modernen westlichen Welt - Übergewicht und Anorexie - erfordern weiteren Wissensaufbau und die Entwicklung effektiverer Behandlungsmethoden. Es stellt sich heraus, dass in beiden Fällen, scheinbar unbedeutende Umweltfaktoren einen signifikanten Einfluss auf die Art und Weise der Ernährung und die Menge des verzehrten Essens haben können. Zu diesen scheinbar unbedeutenden Faktoren gehören m.a. Farbe und Größe der Schüsseln. Wie beeinflussen diese Faktoren unser Gehirn? Kann die richtige Größe eines Tellers ein entscheidender Faktor in der Behandlung und Prävention sein?

Die Illusion von Delboeuf

Um zu versuchen, einige der Mechanismen zu erklären, die unsere Ernährungsentscheidungen beherrschen, lassen Sie uns auf das Jahr 1865 zurückgehen, als Delbouf eine Beobachtung machte. Er hat gezeigt, dass es eine visuelle Illusion gibt, die mit der Wahrnehmung der Dimensionen von Kreisen verbunden ist.

Gibt es überhaupt eine wirksame Methode, um der Delboeuf-Illusion bei der Einschätzung von Portionsgrößen zu entgehen?

Zwei zentrale Faktoren beeinflussen unsere Wahrnehmung von Portionsgrößen maßgeblich: der Kontrastmechanismus sowie das Phänomen der Ähnlichkeit. Der Kontrast zwischen den Rändern der eigentlichen Nahrungsportion und den Begrenzungen des Tellers verstärkt die Wirkung der genannten optischen Täuschung erheblich. Eine strategische Maßnahme zur Reduzierung dieses Effekts besteht darin, Geschirr zu verwenden, das keine deutlich markierten Ränder aufweist – etwa solche ohne dunkle Umrandung, die die Konturen zusätzlich betont. Der Ähnlichkeitseffekt, der ebenfalls die Schärfe der Gefäßgrenzen verringert, funktioniert nach einem vergleichbaren Prinzip. Wenn anstelle einer schwarzen Tischdecke, die Form und Ausmaße eines weißen Tellers deutlich hervorhebt, eine Abdeckung in neutralerer Farbgebung – beispielsweise in Weiß – gewählt wird, verschwimmen die Grenzen des Geschirrs in gewissem Maße, was eine unverfälschte Größenwahrnehmung der Portion ermöglicht. Darüber hinaus ermöglicht eine bewusste Konzentration auf den Essvorgang eine unbewusste Kalibrierung der verzehrten Nahrungsmenge. Nicht ohne Grund betonen Experten die Bedeutung des Essens in einer förderlichen, ruhigen Umgebung, frei von ablenkenden Reizen. Obwohl es den Anschein haben mag, dass die Menge der verzehrten Nahrung allein vom eigenen Willen abhängt, sollten kognitive Faktoren wie die genannten optischen Täuschungen nicht außer Acht gelassen werden. Um das Risiko einer fehlerhaften Einschätzung der Portionsgröße zu minimieren, ist es ratsam, Speisen mit voller Aufmerksamkeit und in konzentrierter Atmosphäre anzurichten sowie das Tischgeschirr sorgfältig auszuwählen. Zudem sollte bedacht werden, dass selbst ein geringer, aber regelmäßiger Kalorienüberschuss langfristig zu einer schrittweisen Gewichtszunahme beitragen kann.
Lena Bauer

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