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Gene, die für die Veranlagung zu Fettleibigkeit verantwortlich sind!

Oliwia Kaczmarek

Oliwia Kaczmarek

2026-03-19
4 Min. Lesezeit
Gene, die für die Veranlagung zu Fettleibigkeit verantwortlich sind!
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In den letzten Jahren durchgeführte Genome-Wide Association Studies (GWAS) haben zu bahnbrechenden Entdeckungen und Identifizierungen von DNA-Bereichen geführt, die metabolische Erkrankungen fördern. Neueste Forschungsergebnisse zeigen auch einen direkten Zusammenhang zwischen Genen und der Produktion von Fettzellen im menschlichen Körper.

Genetische Prädisposition für Adipositas: Vererbungsmechanismen und Modifikationsmöglichkeiten durch Lebensstil

Genetische Faktoren können zwar die Anfälligkeit für die Entwicklung von Adipositas deutlich erhöhen, stellen jedoch nur in seltenen Fällen – etwa bei monogenen Syndromen wie dem Prader-Willi-Syndrom oder dem Cohen-Syndrom – die alleinige oder primäre Ursache dar. In den meisten Fällen handelt es sich um eine polygene Veranlagung, deren Fortschreiten zusätzlich durch Umweltfaktoren begünstigt wird, insbesondere durch eine chronisch über dem täglichen Energiebedarf liegende Kalorienzufuhr sowie einen Mangel an körperlicher Aktivität. Entscheidend ist jedoch, dass genetische Prädispositionen kein unveränderliches Schicksal darstellen: Ein ausgewogener Lebensstil, insbesondere regelmäßige Bewegung, kann ihre negativen Auswirkungen wirksam ausgleichen. Dies wurde durch die Studie von Andreasen et al. (2008) bestätigt, die nachwies, dass körperliche Aktivität die Wirkung einer Gruppe von Genen, die die Gewichtszunahme fördern, kompensieren kann – mit dem Ergebnis, dass sich der Body-Mass-Index (BMI) zwischen genetisch vorbelasteten Personen und solchen ohne diese Belastung nicht signifikant unterschied. Warum fällt es manchen Menschen so schwer, überflüssige Kilogramm zu verlieren? Aktuelle Forschungsergebnisse der Universität Cambridge liefern hierauf eine Antwort: Während einer Gewichtsabnahme produziert der Körper als Reaktion auf die reduzierte Energiezufuhr das Protein sLR11, das aktiv die Fettverbrennung hemmt. Personen, die den für dieses Protein kodierenden Allel tragen, haben deutlich größere Schwierigkeiten, überschüssiges Fettgewebe abzubauen. Zudem zeigte eine kanadische Forschungsgruppe, dass bei Menschen mit einem sogenannten „sparsame Stoffwechsel“ die Stoffwechselrate als Reaktion auf Kalorienrestriktion schneller und längerfristig absinkt, was den Gewichtsverlust zusätzlich erschwert.

Sparsame Gene: Ein Überlebensmechanismus im Zeitalter des Überflusses

Das Konzept der "sparsame Gene" (auch als *Thrifty-Gene-Hypothese* bekannt) beschreibt eine genetische Veranlagung, die eine effizientere Aufnahme, Speicherung und Nutzung von Energie aus der Nahrung ermöglicht. Dieser Mechanismus entwickelte sich als Anpassung an periodische Nahrungsknappheit und ermöglichte es unseren Vorfahren, Hungersnöte zu überleben, indem sie überschüssige Energie in Form von Fettgewebe speicherten – Reserven, die in Zeiten extremen Mangels mobilisiert werden konnten. Heute jedoch, in einer von ständiger Verfügbarkeit kalorienreicher Lebensmittel und geringem Bewegungsniveau geprägten Umgebung, erweist sich diese einst überlebenswichtige Eigenschaft zunehmend als Risikofaktor für die Entstehung von Adipositas sowie damit verbundenen Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz oder Typ-2-Diabetes. Ironischerweise arbeiten unsere Körper weiterhin im "Sparmodus", häufen Reserven an, die wir tatsächlich nicht benötigen, und schaffen so ein Ungleichgewicht zwischen dem tatsächlichen Energiebedarf und der aufgenommenen Kalorienmenge.

Die Gene und unsere Ernährungsgewohnheiten

Eine sich stark entwickelnde Nährstoffgenomik lässt uns verstehen, wie ein Genotyp das Fettgefühl, unseren Appetit und das Tempo des Stoffwechsels beeinflussen kann. Neuere Studien zeigen, dass bestimmte Genvarianten dazu beitragen können, Ernährungsgewohnheiten zu entwickeln, die zu übergewichtig werden. Das BDNF-Gen Die Veränderung des BDNF (angotrop-Brain-derived neurhic factor) -Genes wirkt sich auf die Regulierung unseres Verlangens aus. Es wird eine Mutation in dem genetischen Material auftreten, die mit der Produktion einer unzureichenden Tendenz von Proteinen verbunden ist, die für den Regulierungsprozess verantwortlich sind.

Innovative Ansätze zur Überwindung von Adipositas: Von der Gentherapie bis zur personalisierten Risikobewertung

Obwohl die klassische Kombination aus kalorienreduzierter Ernährung, gesteigerter körperlicher Aktivität und medizinischer Unterstützung – etwa durch bariatrische Eingriffe oder Pharmakotherapie – nach wie vor die gängigste Behandlungsmethode bei Adipositas darstellt, bleibt ihre langfristige Wirksamkeit oft unzureichend. Die auf dem Markt erhältlichen Arzneimittel führen häufig lediglich zu einem vorübergehenden Gewichtsverlust, ohne die zugrundeliegenden Ursachen zu bekämpfen. Bahnbrechende Erkenntnisse im Bereich der Genomforschung haben jedoch neue Perspektiven eröffnet: Aktuelle Studien zielen darauf ab, **individuelle Therapiestrategien** zu entwickeln, die nicht nur Adipositas und ihre Folgeerkrankungen effektiver behandeln, sondern auch das persönliche Risiko für die Entstehung dieser Störung anhand des genetischen Profils präzise einschätzen können. Immer mehr diagnostische Labore bieten mittlerweile fortschrittliche Gentests an, die Varianten wichtiger Gene – wie *FTO*, *MC4R*, *TCF7L2* oder *MTNR1B* – identifizieren, welche die Regulation von Appetit und Stoffwechsel steuern. Die daraus gewonnenen Daten sind von großem Nutzen für die Auswahl passender präventiver Maßnahmen, darunter etwa der sogenannte *Fit-Test*, der genetische Prädispositionen für Ernährungsgewohnheiten aufdeckt. Eine der vielversprechendsten zukünftigen Methoden stellt die **Gentherapie** dar: Forscher des *Ohio State University Medical Center* führten Experimente an Mäusen durch – sowohl an adipösen Tieren mit Diabetes als auch an gesunden Kontrolltieren – und zeigten, dass die Einführung des *BDNF*-Gens (Brain-Derived Neurotrophic Factor) über einen viralen Vektor zu einem signifikanten Gewichtsverlust, einer Reduktion des Fettgewebes und einer verbesserten Glukosetoleranz führte. Die Wissenschaftler hoffen, dass dieser innovative Ansatz sich langfristig als sicherer und wirksamer erweisen könnte als die derzeitigen konventionellen Therapien und damit einen Paradigmenwechsel in der Adipositas-Behandlung einleiten könnte.
Oliwia Kaczmarek

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